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ZURÜCK AUF ANFANG

Raus aus der Zivilisation, rein in die Wildnis: Beim Bushcrafting geht es um die elementaren Dinge des Lebens. Vier Männer versuchen mit dem auszukommen, was ihnen der Wald vor die Nase setzt.

Text: Jan Joswig / Fotos: Maurice Ressel

»Ohne Sägebock macht Sägen keinen Bock«, posaunen wir zu viert zum Singen des Sägeblatts. Wir stehen mitten im schwedischen Wald – und ganz am Anfang, da, wo auch die Urväter der Zivilisation standen. Erst zimmert man sich einen Sägebock, darauf folgt die Feuerstelle, dann die Blockhütte. Und schon ist es nur noch ein Katzensprung zu Chrysler Building, Eiffelturm und Starbucks. Wir springen rückwärts: Wie kann man aus dem, was einem die Natur zur Verfügung stellt, ein alltagstaugliches Lager errichten, den Funken der Zivilisation schlagen? Wie müssen sich die nordamerikanischen Siedler aus den Romanen von J. F. Cooper gefühlt haben? Wir nähern uns unserem historischen Experiment im Auto. Auf dem Weg zum mittelschwedischen Naturschutzgebiet Glaskogen stimmen wir uns mit skandinavischem Metal von Meshuggah auf unseren Austritt aus der konsumgesellschaftlichen Unmündigkeit ein. Auf zwei Wochen, in denen wir in der Wildnis auf uns selbst geworfen werden. Zusammengefunden haben wir uns über ein Bushcrafting-Forum. Wir kennen uns nicht, aber uns alle hat das Bushcrafting-Virus gepackt. Der Airbus-Techniker Erik, der angehende Theologiestudent Daniel und der Fotograf Maurice sind gestandene Outdoor-Spezialisten, die es kaum erwarten können, ihre Überlebenstricks auszutauschen. Ich bin der einzige Novize – und der Einzige mit Zelt statt Biwak-Sack. Bushcrafting ist für uns kein Freizeitvergnügen, sondern Teil eines größeren Lebensplans: Wie ermächtigt man sich seines Lebens? Erik plant eine mehrjährige Weltumrundung aus eigener Muskelkraft, wofür er sich gerade ein ozeantaugliches Ruderboot bauen lässt. Der Schweizer Daniel stellt dem Studium eine Ausbildung zum Gebirgsjäger voran. Maurice sucht für sich und seine Familie eine möglichst autarke Landkommune. Und ich, ich spiele gern »Lederstrumpf«.
Die (möglichst unberührte) Natur zu genießen ist nur das halbe Vergnügen. Der Bushcrafter will den menschlichen Erfindungsgeist an ihr erproben. Er will im Campingstuhl lümmeln, aber er will ihn vorher selbst herstellen. Er sucht den aktiven Genuss in einer Ur-Situation. Dabei stecken Bushcrafter in einer Zwickmühle: Sie wollen den Wildnis-Menschen in einer Zeit nachstellen, in der es Wildnis nur noch als geschützte Sonderzone gibt. Laut WWF befinden sich lediglich zwei Prozent der Waldfläche Europas in natürlichem Zustand. Deshalb  erziehen wir uns ins dünn besiedelte Schweden, um ungestört hämmern, sägen und rumbrüllen zu können. Nach einer Nacht in einem offiziellen Shelter, einem simplen Holzunterstand mit Feuerstelle, übernehmen wir unsere zwei Kanus in dem Bilderbuch- Nest Lenungshammar mit seinen rot-weißen Holzhäusern. Durch bernsteinfarbenes
Wasser… 


Den kompletten Artikel findest Du in der Ausgabe 3/2018

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