YUKON – WIR, DER FLUSS UND DAS BOARD

Erstellt am Mrz 1, 2017
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MissionSudan

Den legendären Yukon River in Kanada haben schon viele befahren. Aber noch niemand auf einem Board von mehr als sechs Meter Länge. SUP-Crack Carsten Kurmis und drei Freunde paddeln auf den Spuren von Bären, Jack London und dem Traum vom Gold

Text: Stephan Kappes Fotos: Christiane Kappes

Die Augen müde, die Arme so schwer, als hätten sie gerade einen Urwald gerodet. Christian Jany ist 1,72 Meter groß, sein Paddel überragt ihn um acht Zentimeter. Bücken muss er sich wie ein alter Mann, um es einigermaßen kraftvoll durchs Wasser
ziehen zu können. »Ich habe vorher überhaupt erst zweimal auf einem SUP gestanden«, keucht der 39-Jährige aus Linz. Und dann das: direkt in die kanadische Wildnis, auf den legendären Yukon River, mit 3120 Kilometern der fünftlaÅNngste Fluss
Nordamerikas, Inbegriff von Abenteuer, Goldsuche und menschenleerer Natur.
»Die Geschichten von Frank und Carsten haben mich so fasziniert, dass ich sie überredet habe, mich unbedingt mal auf eine Expedition mitzunehmen«, erzählt Jany. Als Surfer reitet er eigentlich Wellen auf dem offenen Meer, im Hauptberuf arbeitet er als Media-Manager bei Adidas. Frank Theelen ist 2,04 Meter groß, ein Baum von einem Mann. Er paddelte schon allein den Rhein von Konstanz bis Duisburg hoch, 777 Kilometer am Stück, ohne Pause. Carsten Kurmis ist der Profi in der Runde – mehrfacher deutscher Meister im Stand-up-Paddling. Vor über zehn Jahren hat er SUP für sich auf Hawaii entdeckt und später dabei geholfen, die Paddelei auch in Europa zum Trendsport zu machen. Außerdem mit von der Partie: der Lokalmatador Stuart
Knaack, ein ortskundiger SUP-Crack, der als erster Mensch überhaupt den Yukon stehend gepaddelt ist. Zusammen erinnert die Silhouette des Quartetts an die legendären Dalton-Brüder – von Theelen, dem Riesen, bis Jany, dem Kleinsten.
Vier Männer auf einem flachen Brett – das geht nur mit dem Starboard Starship, der gepimpten Version eines normalen Boards. Jany war sofort begeistert, als Kurmis vom Riesenboard erzählte, auf dem bis zu acht Personen paddeln können. Und auf dem auch noch Platz ist, das gesamte Equipment und Proviant unterzubringen. Ein überdimensionaler, über sechs Meter langer, aufblasbarer Biertisch sozusagen. »Sozusagen«, grinst Kurmis. »Es ist einfach ein riesiger Unterschied, ob man das Essen und sein Zelt selbst auf dem Board dabeihat oder alles in einem Begleitfahrzeug transportieren kann.
Das Abenteuer ist: wir, der Fluss und das Board. Sonst nichts.« Was das bedeuten kann, zeigt seine geschwollene Lippe: Er ist gerade von einer Wespe gestochen worden. Beim letzten Mal hat er einen lebensbedrohlichen Allergieschock erlitten. Jetzt stellt sich die Frage: Satellitentelefon benutzen, um einen Arzt zu rufen, der Stunden bräuchte, bis er per Helikopter im unwegsamen Gelände eintreffen würde. Oder einfach abwarten. Carsten Kurmis tupft sich noch ein paar Mal auf der Lippe herum, dann legt er sich zu den anderen schlafen. Der Stich scheint ihn nicht umzubringen, morgen, gleich
bei Sonnenaufgang, soll die Expedition fortgesetzt werden.

Den kompletten Artikel “Yukon” findest du in der Ausgabe 01/17 – Erscheinungsdatum: 09.01.16.
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