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VON EISBÄREN UND EISIGEN BERGEN

Wer mit dem Schiff zu einer der nördlichsten Siedlungen der Erde aufbricht, um dort zünftige Skitouren zu unternehmen, braucht drei Dinge: Mut, viele Kleiderschichten übereinander - und ein Gewehr auf dem Rücken. Die Fotografin Birgit Gelder wagte das Spektakel

Skitour in Spitzbergen

TEXT + FOTOS BIRGIT GELDER

Er ist bereit loszugehen. Joe schaut fragend in die Runde. In voller Montur, mit angelegtem Klettergurt und Skitouren-Innenschuhen, steht er am Geländer des Zweimastschoners „Noorderlicht“, der hier in den Gewässern rund um Spitzbergen unsere Behausung ist. Eine schmale Treppe verbindet den kleinen Aufenthaltsraum unter Deck mit dem oberen. Der untere ist größer und ziemlich gemütlich, weshalb sich gerade auch die meisten Mitglieder unserer Gruppe darin breitgemacht haben. Es ist Nachmittag, die Zeit zieht sich bleiern durch den Tag. Wer nicht oben sitzt und dem Schaukeln des Boots trotzt, der liegt in der Kajüte, seufzend. Seit heute Morgen haben wir kräftigen Seegang. Unser Kapit.n Floris hat drei Versuche gestartet, die Bucht zu verlassen, in der wir die letzte Nacht verbracht haben. Keine Chance. Alle Versuche sind kläglich gescheitert, mit unangenehmen Kollateralschäden für uns: Das Schiff hat mächtig geschaukelt - und wir kämpften gegen die aufkommende Übelkeit. Nun schauen wir alle Joe fragend an. Warum bloß steht er in voller Montur vor uns, offenbar bereit für die nächste Skitour? Die Erklärung ist einfach, aber für Joe nur schwer zu akzeptieren: Er gehörte zu denen, die sich Ruhe suchend in ihre Kajüte zurückgezogen hatten. Die morgendliche Ansprache, dass wir später am Tag eine Skitour unternehmen wollten, hatte Joe noch mitbekommen. Aber dass sich im Lauf des Tages herausstellen sollte, dass bei diesem Seegang ein Landgang unmöglich sein würde, hatte Joe in seiner Kajüte zwangsläufig verschlafen. Dumm gelaufen. Beziehungsweise angekleidet. So kann das Leben auf einem Schoner in der Nähe von Spitzbergen halt sein: kalt, wackelig, unberechenbar und für manche mühsam - selbst dann, wenn gar nichts passiert.

Vielleicht ist das der passende Moment für ein paar Erklärungen: Seit einer Woche sind wir bereits auf Spitzbergen. Wir, das sind unser Kapitän Floris, ein rauschebärtiger Bilderbuchwikinger, und seine Frau Marielle, zwei Matrosen, Chris, unser Arktis-Experte, und zwei Bergführer. Dieses furchtlose Eis-Ensemble wird von uns halben Portionen vervollständigt, den einfachen Reiseteilnehmern eines hoffentlich unvergesslichen Skitourentrips in den hohen … ach was … in den höchsten Norden. Es geht unter anderem zum gewaltigen Gletscherbruch des Blomstandgletschers, wo wir die magische Stille des Arktischen Ozeans erleben und uns so häufig wie möglich auf Landgang begeben wollen. Das Leben auf dem Schiff ist so eine Sache. Das weiß nun auch Joe. Einfach mal kurz runter von Bord und eine Runde an Land drehen, das ist nicht umstandslos möglich. Wollen wir an Land - und lassen das die Verhältnisse auch zu -, brauchen wir Aris. Aris ist unser Zubringerchef. Er ist der Herrscher über das Zodiac - mit dem Beiboot bringt er uns an Land und holt uns später wieder ab. Für die…

 

Den kompletten Artikel findest Du in der Ausgabe 1/2018

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