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Und jeden Abend eine Tasse Whisky

Wie es so schön heißt liegt das Paradies der Erde, auf dem Rücken der Pferde..." Mit dieser Einstellung machen sich acht Freunde auf ein verrücktes Abenteuer und starten in der Mongolei ihre Expedition "Exit Gobi".

TEXT + FOTOS: Julian Schloßmacher

Wenn wir morgens aufwachen, denken wir nur an eins: Sind sie noch alle da? Raus aus dem warmen Schlafsack und dem kleinen, mit Raureif bedeckten Zelt. Der Frühnebel verschleiert die Sicht, aber auf den zweiten Blick entdecken wir unsere Weggefährten: zwölf Pferde. Acht zum Reiten, vier für das Gepäck. Würde nur eins fehlen, hätten wir ein echtes Problem, hier im Nirgendwo inmitten der Mongolei.

Einmal im Jahr suchen wir das Abenteuer. Eine Erfahrung, die unter die Haut geht. Inspiriert durch einen Bericht in FREE MEN’S WORLD vor fünf Jahren sind wir bereits gemeinsam zu Fuß über den gefrorenen Baikalsee in Sibirien gelaufen und mit dem Floß aus dem tiefsten Dschungel des Amazonas entkommen. Anfang vergangenen Jahres stehen wir wieder vor der Weltkarte und überlegen, wie wir das noch übertreffen können.

Wir sind acht Freunde zwischen 28 und 39 Jahren. Zwei leben in Hamburg, die anderen in München. Wir gehören nicht zu den Jungs, die im All-inclusive-Hotel am Pool ihren kostbaren Urlaub verplempern. Die Welt liegt uns zu Füßen, warum also nicht etwas Besonderes wagen? Trotzdem sorgt Organisationstalent und Strippenzieher Julian mit seinem Vorschlag »Mongolei« für allerhand Diskussionen. Noch ausgefallener soll unser Transportmittel sein: Julians Expeditionsidee sieht vor, dass sich jeder ein Pferd kauft und damit ohne Hilfe aus der Wüste Gobi zurück in die Zivilisation reitet. Die Expedition bekommt den Namen »Exit Gobi«. Die Reise soll im September starten und siebzehn Tage dauern. Viele Fragen kommen auf, auch ein paar Zweifel. Niemand von uns kann reiten, niemand ist Pferdeexperte, niemand war je zuvor in der Mongolei. Aber Julian beschreibt die Idee vom Cowboyleben in der Einsamkeit und unendlichen Weite des Nomadenlands mit so viel Pathos, dass am Ende acht halbwegs erwachsene Männer nur mit einem Skihelm bewaffnet zu ihren ersten Reitstunden gehen.

Wir müssen viele Reitschulen anrufen, bis wir welche finden, die bereit sind, acht Männern das Reiten beizubringen. Entweder haben sie nicht die richtigen oder nicht genügend Pferde. Am Ende sind wir glücklich mit unseren hervorragenden Reitlehrerinnen – Toni in der Nähe des bayerischen Dachau und Menky im Hamburger Norden. Sie bewundern unseren Mut zu der Reise, warnen aber auch: Wenn wir wüssten, worauf wir uns da einlassen, würden wir es uns noch mal anders überlegen... Zwanzig Reitstunden pro Mann werden veranschlagt. Das könnte knapp werden, aber es ist zu schaffen. Ein Mammutprojekt für einen privaten Urlaub. Klaus nimmt sogar Yogaunterricht, um gelenkig genug zu werden, sein Schulungspferd ohne Leiter besteigen zu können. Ende August ist unsere letzte Reitstunde gekommen. Wir fühlen uns gut vorbereitet. Wir haben einige Ausritte unternommen. Wir können jetzt reiten. Nichts kann uns mehr aufhalten. Abflug.

Am Gepäckband des Chinggis Khaan International Airport in Ulan-Bator treffen wir die mongolische Fußballnationalmannschaft und ihren deutschen Trainer Michael Weiß, der das Team seit 2017 betreut. Das ist doch schon mal ein würdiges Begrüßungskomitee. Dann nehmen uns DoDo und Nimbo in Empfang, zwei Horsemen, die uns in einem Geländewagen zu einer kleinen Pferdefarm chauffieren sollen. Alles ist grün. Nur unterbrochen von kleinen, weißen Behausungen. Die Jurten der Mongolen wirken verloren in der endlosen, begrasten Steppe. Dann führt die Straße durch sanfte Hügel, Verkehr gibt es kaum. Rechts und links der Straße grasen Kühe und...

 

 

Den kompletten Artikel findest Du in der Ausgabe 2/2020

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