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TRITT FÜR TRITT DURCH AFRIKA

Er wollte den Kontinent erleben, wie er wirklich ist. Deshalb hat Anselm Pahnke weder Bus noch Bahn genutzt, ist nur mit dem Rad gefahren. 15 000 Kilometer in 414 Tagen durch 15 Länder

Text + Fotos: Anselm Pahnke

Pausenlos rauscht der Wind in meinen Ohren, und ich beuge mich noch tiefer über die Lenkerstange. Je stärker er mir entgegen bläst, desto kräftiger trete ich in die Pedale: links, rechts, links, rechts. Feurig schmerzhaft spüre ich die Kraft meiner Muskeln, höre, wie mein Atem schneller wird. Würde ich aufhören zu treten, würde mein Fahrrad vermutlich rückwärts gedrückt. Also immer weiter. Stunden, Tage, Wochen, Monate – Tag und Nacht umgeben von verbranntem Sand, stinkenden Kadavern und endloser Weite, einzig getrieben von meinem Willen. An einem dieser Tage bin ich 26 Jahre alt geworden. 

Ein Jahr zuvor. Mit meinen Freunden Daniel und Fabi will ich von Kapstadt in Richtung Norden aufbrechen, Südafrika, Botsuana und Namibia erkunden. Unser Plan: so lange bleiben, wie es uns gefällt. Wir sind aufgeregt, neugierig, aber vor allem unsicher, was uns erwartet. Afrika hatte mich schon immer fasziniert – unsere Wurzeln liegen dort, und doch kenne ich abseits der Medien kaum etwas davon. Ich gab meine Bachelorarbeit in Geophysik ab, löste meine Wohnung auf und stieg ins Flugzeug. Erst aus Südafrika rief ich zu Hause an, weil ich wusste, dass viele mir von dem Vorhaben abgeraten hätten. Ich wollte mich nicht verunsichern lassen. Außerdem hatte ich nur vor, nach einigen Wochen für mein Masterstudium zurückzukehren. Unsere Stahlrahmen-Räder sind voll beladen mit dürftiger Campingausrüstung, Solarpanel, Klamotten und einem Zwanzig-Liter-Kochtopf. Wir fahren über die bergige Ostküste vorbei am Krüger-Nationalpark durch die kleine Enklave des Königreichs Lesotho. Schnell gewöhnen wir uns an den Reisealltag, teilen Erlebnisse und Geschichten am Lagerfeuer oder mit den Einheimischen. Jeder Momentist neu, jeden Tag sind wir anderswo.

Wir spüren die Kälte des bevorstehenden Winters im Nacken. Es wird Zeit, wärmere Gefilde zu erreichen, und wir fahren gen Norden. Vor der Kalahari, der größten zusammenhängenden Sandwüste der Welt, kommt es plötzlich zur Trennung – meine Freunde brechen unsere gemeinsame Reise ab. Ein unerwartetes Ereignis aus der Heimat zwingt sie zur Rückkehr. Desorientiert und verloren steuere ich mehrere Tage planlos durch die Gegend. Ich fühlte mich bereit für Afrika, aber nicht dafür, hier allein zu sein. Soll ich auch nach Hause fliegen? Jemanden suchen, mit dem ich weiterreisen kann? Oder doch…
 

Den kompletten Artikel findest Du in der Ausgabe 4/2018

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