Versandkostenfrei bestellen
Einzelheft für 5,80€ bestellenbestellen » FMW Jahresabo für 24,80 € bestellen »

SPANIENS WILDE MITTE

Sierra de Gredos. Ein nahezu unbekanntes Hochgebirge mitten in Europa, nur zwei Autostunden von Madrid entfernt. Die Überquerung von Nord nach Süd in drei Tagen ist ein Kontrastprogramm mit gewaltiger, fast unberührter Natur, Steinböcken en masse und Einsiedlern, die sich von Schlittenhunden über den Granit ziehen lassen

Überquerung der Sierra de Gredos

TEXT: MARTIN RASPER FOTOS:  FLORIAN BACHMEIER


Mein Arzt darf nicht wissen, dass ich hier bin. Vor vier Monaten hat er mir im linken Knie ein neues Kreuzband eingebaut, und er möchte gern, dass das eine Weile hält. Von außen sieht alles gut aus, Sehnen und Bänder, Menisken und Gelenke. Aber: Weiß man’s? Die Landschaft hier ist jedenfalls alles andere als knieschonend.


Riesige Granitbrocken liegen in der Gegend herum, türmen sich auf zu großartigen Formationen. Woanders heißt so was »Felsenlabyrinth« und kostet Eintritt. Hier liegen sie einfach da. Und im Weg. Apropos Weg: Den gibt es nur ansatzweise. Immer wieder müssen wir kraxeln, steigen, man findet keinen rechten Rhythmus. Und das ist wenigstens noch ein Weg! Es geht auch anders, dazu später.


Die Sierra de Gredos ist Spaniens unbekannte Mitte. Das meiste im Land passiert drumherum:der Tourismus an der Küste, die Tomaten im Süden, die Wirtschaft in Barcelona und im Norden und sowieso alles in Madrid, was auch in der Mitte liegt, aber derart die Energie auf sich zieht, dass ringsum große Leere herrscht. »Das steinerne Herz Spaniens« nannte der Philosoph Miguel de Unamuno die Sierra de Gredos. Es ist ein weites Land von eigenartiger Schönheit. Vor Jahrmillionen wurde die gewaltige Granitmasse aus der Tiefe hochgepresst, und da liegt sie nun. Eindeutig ein Gebirge, aber was für eins?


Das Dorf Hoyos del Espino, in dem wir gestartet sind, liegt schon 1500 Meter hoch, aber es kommt einem gar nicht so vor. Das hügelt so vor sich hin wie im schottischen Hochland oder im französischen Zentralmassiv, herb und grün und einsam. Und ist doch ein Hochgebirge: Ein Großteil liegt über der Baumgrenze, und der Pico Almanzor mit seinen knapp 2600 Metern ist der höchste Berg Zentralspaniens. Wie vielgestaltig diese Landschaft ist, erkennt man an dem PunktLa Mira, den wir am Nachmittag erreichen – ein kleiner Gipfel, an dem sich der Hauptkamm auf 2350 Meter emporschwingt. In jeder Richtung gibt es was anderes zu sehen: direkt vor uns die bizarren Felsformationen Los Galayos, dahinter der steile Südabfall mit der in der Ebene ausgebreiteten Stadt Arenas de San Pedro, im Westen (...)


Den kompletten Artikel findest Du in der Ausgabe 3/16

Erlebe FREE MEN'S WORLD viermal im Jahr für 23,20 €

Mehr Abenteuer gewünscht? Hier sind weitere Artikel

Weitere Ausgaben nach deinem Geschmack