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SOMMER AM POLARKREIS

Wochenendpaddelei sieht anders aus: Im Schatten von Norwegens zweitgrößtem Gletscher suchen zwei Kajakfahrer und ihre Freunde das Abenteuer. Sie werden nach tagelangem Fußmarsch mit einem Wildwasserritt durch Europas letzte Wildnis belohnt

Kajakfahren am Polarkreis

Text + Fotos: Jens Klatt

Hier gibt es keine Zeit. Keinen Tag, keine Nacht. Nur sehr hell, mittelhell oder weniger hell. Das ist das Tolle am Polarkreis. Wäre da nicht das Wildwasserkajak samt Gepäck auf meinen Schultern. 2,60 Meter lang, 62 Zentimeter breit, 35 Kilo schwer. Das Boot ragt über den Kopf hinaus, die Trageriemen schneiden ins Fleisch, der Schweiß brennt in den Augen – trotz der eisigen Winde, die vom Gletscher herüberwehen. Rau und karg ist die Landschaft, dazu die riesigen Eismassen in Hellblau, Weiß, Türkis. Das Flusstal der Glomåga, in das wir blicken, durchkreuzt auf fast 20 Kilometern Norwegens zweitgrößten Gletscher, den Svartisen. Sein ewiges Eis liegt knapp oberhalb des Polarkreises und so abgeschieden, dass sich kaum jemand in diese Gegend verirrt.

 

Es gibt in Norwegen sicher Tausende lohnende Wildflüsse, auf denen wir bequem neben der Straße fahren könnten. Doch unser Hunger nach Unbekanntem hat uns in die Einöde verschlagen. Dafür reichte ein einziges Foto eines befreundeten Expeditionspaddlers, das er auf seiner Glomåga-Tour gemacht hat: Inmitten der Gletscherwelt stürzt der Fluss über einen fast 100 Meter hohen Wasserfall, den Bjørnefossen, um sich ein paar Hundert Meter weiter in einem See zu verlieren. Dahinter thront, wie auf einem Podest aus Fels, der mächtige Gletscher. Lange hatte ich auf dieses Naturschauspiel gestarrt. »Das ist keine Fototapete – das ist echt!«, hatte der Freund meinen skeptischen Blick zutreffend gedeutet. Für mich und Olaf Obsommer, meinen langjährigen Paddelkollegen, war klar: Bjørnefossen, da müssen wir hin! Aber der Freund schob gleich eine Warnung nach: »Ein paar Kilometer flussabwärts, kurz nachdem die Glomåga den Polarkreis überquert, gräbt sie sich in eine tiefe Schlucht und wird streckenweise durch massive Felsblöcke versperrt. Wenn es euch da reinzieht – gute Nacht!«

 

Olaf und ich haben uns schon manchen Wasserfall hinuntergestürzt. Sind mit dem Kajak an Orte gepaddelt, die sonst kaum ein Mensch zu Gesicht bekommt. Doch diesmal war alles anders: Um einmal an der Kante des Bjørnefossen stehen zu können, müssen wir über eine Passhöhe ins Quellgebiet der Glomåga gelangen. Und zwar zu Fuß. Eineinhalb Tage lang marsch, marsch! Auf dem Rücken das Kajak, Schwimmweste, Helm, Paddel, Rettungsseile, dazu Schlafsack, Kocher, Essen, GPS, Kamera und ganz viele Müsliriegel. Dann zwei Tage flussabwärts paddeln, um wieder Richtung Zivilisation zu gelangen. Das klingt nach Bootcamp,

Kampfschwimmerausbildung – auf jeden Fall nach dem vollen Programm! Dafür würden wir es schaffen, den Polarkreis auf dem Wasser (...)

 

Den kompletten Artikel findet Du in der Ausgabe 02/17

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