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RITT DURCH DOM REP

Mit Sonne können viele. Aber bei Schlamm und Regen durch den Hochurwald der Dominikanischen Republik? Eine Tour im Bike-Paradies der Karibik bietet Wahnsinn, Freude und Angst – und manchmal alles auf einmal.

TEXT + FOTOS Jan-Peter Westermann/Nikolai Buroh 

Uh, ich stehe im kompletten Radtrikot samt Regenjacke unter der Dusche des Jarabacoa Mountain Hostel. Mit letzter Kraft bin ich hingewankt. Mein Handy und mein Geldbeutel stecken noch im durchweichten Trikot. Egal. Das warme Wasser rinnt an mir herab, es tropft von der Jacke, die allmählich ihre orangene Farbe wiederkriegt. Langsam kehren meine Kräfte zurück. Mit ihnen auch die Erinnerungen an unsere bisherige Mountainbike-Tour. Heute war die vierte Etappe von insgesamt sieben durch die Dominikanische Republik. Begonnen hatte sie nicht erst mit dem Start in Altamira in der Provinz Puerto Plata. Sie begann eigentlich schon im Januar, als ich meinem besten Kumpel Nikolai diesen Trip in die Karibik zum Geburtstag geschenkt hatte. Nikolai freute sich sehr, ich fand die Idee auch toll. Bis mir einfiel: Nikolai ist Triathlet. Und Louis, der als ortsansässiger Schweizer die Tour betreut, war mal Jugendmeister im Mountainbiken. Ich jedoch würde mich eher als  gehobenen Freizeitsportler betrachten. Ich komme höchstens auf 1000 Radkilometer im Jahr. Nikolai schafft die locker in einem Monat.
Aber dann stehen wir am ersten Tag vor unseren Rädern, und es gibt kein Zurück. Es ist warm, kein Vergleich zum Hamburger Februar, dem ich grad entflohen bin. Eigentlich könnten wir Strand und Sonne genießen. Stattdessen schwingen wir uns auf die Sättel, und ab geht es zu unserem besonderen »Jungsurlaub«. Schließlich sind an jedem Tag um die 40 Kilometer zu absolvieren. Noch bevor uns der Hochurwald verschluckt, regnet es. Die grüne Hölle nimmt uns auf. Von 200 Höhenmetern wollen wir auf 700 hinauf. Nicht über Asphalt, wäre ja zu schön. Ab jetzt gibt es nur noch roten Lehm, der durch die wochenlangen Regenfälle zu Matsch geworden ist. Links und rechts der Wege staunen uns Bauern an. Wir sind fast allein, Zustände wie etwa in Österreich, wo auf 30 Quadratkilometern an die 4000 Radler unterwegs sind, kennt man hier nicht. Genauso wenig wie befestigte Trails. Deshalb bleibe ich bald stecken. Wir fahren in den Spurrillen der Pick-ups, die jetzt eher Ahnungen im Schlamm sind. Immer wieder muss ich absteigen, Nikolai und Louis ziehen locker vorbei, bleiben aber immer in Sichtweite. Ich zerre mein einst buntes, jetzt schlammbraunes Rad aus dem Dreck, schiebe es wie einen störrischen Esel voran. In einem namenlosen Dorf setzen wir uns in eine Cafeteria aus Brettern und verschnaufen. Jemand pflückt mir eine Guave vom Baum. Während ich einen Kaffee mit Ingwer und Muskatnuss schlürfe, sehe ich mich um.
Es ist Sonntag, das heißt in der Dom Rep Rum, Musik, Zusammensein. Aber vor allem: Hahnenkampf. In einem Verschlag, den sie hier tatsächlich Colosseum nennen, schreien etwa drei Dutzend Männer zwei Hähne an, die sich die Sporen um die Kämme hauen. Die Sporen…
 


Den kompletten Artikel findest Du in der Ausgabe 3/2018

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