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RETTUNG FÜR GARTEN EDEN

Mitten in Madagaskar liegt das Makay, ein unberührtes Felsenlabyrinth mit wilder Vegetation und Dutzenden unbekannter Arten. Der französische Abenteurer Evrard Wendenbaum hat es erstmals erkundet. Jetzt versucht er, mithilfe von Ökotourismus eines der letzten Paradiese dieser Erde zu schützen

Ökotourismus in Madagaskar

TEXT SYLVIE BEDNAR

Das Abenteuer beginnt gleich hinter dem Dorf Tsiajorambo, als sich im Abendlicht endlich die Erhebungen des Makay am Horizont abzeichnen, zunächst nur schwer zu erkennen hinter den von Jeeps aufgewirbelten Staubwolken. Zwei Tage dauert die Fahrt auf den mal mehr, mal weniger befestigten Straßen von Antananarivo, der Hauptstadt von Madagaskar, bis zu dieser steinernen Festung. Versteckt im mittleren Westen der Insel bedeckt die karge Gebirgslandschaft rund 4500 Quadratkilometer, mitsamt einem Labyrinth tiefer Schluchten. Auf ihrem Grund bilden undurchdringliche Wälder und fruchtbare Täler ihr ganz eigenes Biotop, in dem sich das Leben in völliger Autarkie entwickelt hat. Geschützt durch seine Abgeschiedenheit, seine ungewöhnliche Geomorphologieund vielleicht auch durch die Geister im heiligen Berg von Andakatomenavava, dessen Gipfel das Profil des Gebirges prägt, ist das Makay eines der letzten unerforschten Geheimnisse unseres Planeten.

Mit acht Teilnehmern und 23 Trägern, beladen mit Reissäcken und Kochutensilien, brechen wir auf zu unserer Expedition, um zwei Wochen lang jeden Tag zwischen sieben und dreizehn Stunden zu wandern. Die Spitze des Zuges bildet Evrard Wendenbaum, ein französischer Geologe und Abenteurer. Dazu ein Baum von einem Mann mit azurblauen Augen und der Statur eines Athleten. Wir folgen ihm auf dem Fuße bei dieser Nord-Süd-Durchquerung auf einer Route, die sich als so einzigartig wie chaotisch erweist. Gleich an diesem ersten Tag wird unserer kleinen  Gruppe klar, dass es so etwas wie Landkarten, Straßen oder Wege in diesem Winkel der Welt nicht gibt. Wir verlassen uns also ganz auf unseren neuzeitlichen Entdecker, der statt mit Ariadnefaden mit iPad und Google Earth dafür sorgt, dass wir auf dem richtigen Weg bleiben. Mit konzentriertem Blick auf sein Tablet liest er die  Satellitenbilder des steinernen Labyrinths besser als ein Autofahrer seine Straßenkarte. Die Schatten, die Farben des Gesteins, die Kämme, Gipfel und Flüsse sind für ihn allesamt Orientierungspunkte, die uns voranbringen … immer auf dem richtigen Kurs! Der kürzeste Weg zu den südlichen Toren des Massivs ist allerdings nicht gerade die  Vogelfluglinie. Hier, am Grund des Canyons, in wilden Flussbetten und an den Flanken der Klippen, kämpfen wir uns voran, durchs Wasser, über Felsen und am Kletterseil. Vom Hochplateau aus seilen wir uns an schwindelerregenden Wänden ab. Wir klammern uns an Zweigen und Wurzeln fest. Wir schlängeln uns durch dunkle Gräben wie US-Marine-Korps beim Training.

Am Abend des ersten Tags erzählt uns Evrard, wie alles für ihn begann. 2002 sah er zum ersten…

 

Den kompletten Artikel findest Du in der Ausgabe 1/2018

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