Versandkostenfrei bestellen
Ausgabe für 5,80 € bestellen » FMW Jahresabo für 24,80 € bestellen »

MIT HANG ZUM LERNEN

Gute Abenteuerschulen nehmen ihre Teilnehmer hart ran und zeigen, wie man in der Wildnis nicht abschmiert. Keiner kann das besser als die National Outdoor Leadership School in den USA

Outdoor-Schulen

TEXT: MARC BIELEFELD


Manchen Menschen eilt ihr Ruf voraus, anderen ihr Gestank. Schon aus fünf, sechs Meter Entfernung sind die Trekker zu riechen. Eine verdreckte Truppe, die den Mief eines Pumakäfigs vor sich hertreibt. Sie müffeln nach Schweiß, tragen Abschürfungen im Gesicht. Wie zerlumpte Vagabunden treten sie aus dem Busch. Die zwölf Amerikaner haben einen Monat in den Wind River Mountains von Wyoming überlebt, einem der größten Naturschutzgebiete Nordamerikas. Ein Areal, halb so groß wie Norddeutschland, urwüchsig, mit Wäldern, Gletschern und Gipfeln über viertausend Meter. Eine Gruppe, die in die »Winds« hineinwill, darf höchstens aus dreizehn Leuten bestehen, muss sich an- und abmelden und einen Notsender dabeihaben für lebensbedrohliche Notfälle. Normalerweise dürfen nicht einmal Hubschrauber das Gebiet überfliegen.


Vier Wochen hat die Gruppe auf jeden Luxus verzichtet. Keine Toilette, kein Klopapier, keine Dusche, kein Handy, kein weiches Bett. Ein Bus hatte sie am Union Pass oben in den Bergen abgesetzt. Das letzte Schild, das sie sahen, warnte vor Bären; dann marschierten sie ins Grizzly-Gebiet. Mit Rucksäcken, Klettergeschirr und Angelruten stapften sie durch Tundra, querten Sümpfe und schlugen sich durch dichte Kiefernwälder.


Mit dabei ist auch David Smith, 28, Informatikstudent aus New Jersey. »Nach vier Tagen dachte ich ans Aufgeben«, sagt er. »Die Stechmücken haben mich verrückt gemacht. Hinter jedem Hang, den wir raufmussten, kam noch einer. Wir haben auf 4200 Meter im Schnee gecampt, morgens waren die Zeltwände steif gefroren.« Smith hat durchgehalten, dreißig Tage und Nächte. Auch Elizabeth McCullen hat es geschafft, obwohl die zierliche Frau aus Minnesota einen 30-Kilo-Rucksack trug. Jeden Tag musste sie ihn packen, Zelt und Schuhe verzurren, jede Nische und Ritze vollstopfen. Sie hatte einen Kompass dabei, topografische Karten, Moskitohaube, Tütensuppe, Eispickel, Ersatzklamotten. Viel mehr nicht.


Der Trupp war mit zwei Guides unterwegs, entsandt von der National Outdoor Leadership School. Die Schule, kurz NOLS, ist eine Art Wildnisakademie der gehobenen Art. Der Nabel amerikanischer Kletterkultur, das Harvard der Survival- Schulen. Mit einem Unterschied zu normalen Bildungsstätten: Die Basis liegt in Lander, Wyoming, einem Cowboykaff am Rand der Rocky Mountains, und besteht nur aus wenigen Büros, einem kleinen Hotel und einem Ausrüstungslager. Die Klassenzimmer kennen keine Wände, keine Türen. Sie liegen in den großen Naturschutzgebieten Amerikas, in rauen Ecken überall auf der Welt. Dutzende Kurse kann man buchen, um mit erfahrenen Führern die große Biege in den Busch zu machen. Die kürzesten dauern zehn Tage, die längsten ein Jahr. 2013 meldeten sich 19.000 Menschen aus aller Welt und jeden Alters bei NOLS an, um dort gezielt Fertigkeiten zu erlernen. (...)

 

Den kompletten Artikel findest Du in der Ausgabe 3/14

Erlebe FREE MEN'S WORLD viermal im Jahr für 23,20 €

 

Mehr Abenteuer gewünscht? Hier sind weitere Artikel

Weitere Ausgaben nach deinem Geschmack