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KELTISCHE RUNDE

Der Kerry Way ist Irlands bekanntester Fernwanderweg. Er führt auf 210 Kilometern rund um die Iveragh-Halbinsel im Südwesten des Landes – das perfekte Terrain, um Irland im Schnelldurchgang kennenzulernen.

Weitwandern – Irlands längster Fernwanderweg

TEXT: MARTIN RASPER / FOTOS: KRISTINA STEINER

Der diensthabende Troll am Corrawoolia Hill verfügt definitiv über einen derben Humor. Seit einigen Minuten wandern wir durch ein steiles Waldstück, über enge Wege vorbei an überwucherten Felswänden und in geheimnisvollem Dunkel liegenden Schluchten. »Das ist mal echt ein heiliger Ort«, denke ich und komme mir schon ganz esoterisch vor – und batsch! kriege ich von einem quer über den Weg ragenden Ast einen gewischt, dass es mich zu Boden haut. Der Bluterguss auf der Wange ist noch eine Woche lang zu sehen. Immer schön auf der Erde bleiben! Das ist wohl die Botschaft, die mir hier am Kerry Way zuteil werden soll. Die Natur ist beseelt; und auch wenn die Iren ihre Waldgeister, ihre Trolle und Elfen nicht so touristisch vermarkten wie in Island, ist das keltische Erbe spürbar.

Die Kelten waren ein Waldvolk, und Irland war komplett bewaldet, bevor die Zivilisation kam. Das wissen selbst viele Iren nicht, wie eine Umfrage ergab – sie halten Wiesen mit Kühen darauf für die natürliche irische Landschaft.

Der Kerry Way: 210 Kilometer rund um die Iveragh-Halbinsel im Südwesten des Landes. Hier wird alles geboten, was Irland ausmacht – karge Hochflächen, savannenartige Wiesen und nackte Felsrücken, Sumpf und Moor, aber auch fast parkartiges Gelände, und nicht zu vergessen die Küste. Ausreichend Gelegenheit, sich einzufühlen in die Landschaft. Ins Gehen. Ich merke, wie sich mit dem Land auch mein Blick weitet. Unwillkürlich bleibe ich stehen. Atme tief durch. Die Luft strömt in meine Lungen, schwer und feucht und intensiv. Ich spüre, wie mein Kopf frei wird. Wie sich meine Sinne schärfen. Ich horche auf den Bach. Höre die hohen Frequenzen, mit denen das Wasser über die Steine plätschert, und die tiefen, mit denen es am Grund entlanggurgelt. Rieche den scharfen Duft der Sauergräser, den süsslichen des Farns. Und staune über diese Sensation, die ich sonst kaum als solche wahrnehme: pure Landschaft. Und ich (…)

 

Den kompletten Artikel findest Du in Ausgabe 3/17

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