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Immer hart am Berg

Eine Alpenüberquerung im Winter gehört zu den letzten großen Skiabenteuern. Diese hier kombiniert einsame Scharten und Täler mit klassischen Skigebieten. Blöd nur, wenn man sich ausgerechnet die kälteste Woche des Jahres dafür aussucht…

Text + Fotos: Christian Penning / Illustration: Jan Kocian

Tag 1: Diavolezza–St. Moritz
So sollte unser Abenteuer der Alpenüberquerung beginnen: mit einer Abfahrt von der Nordflanke des 3900 Meter hohen Piz Palü, nach einem Aufstieg vom Basislager in 3000 Meter Höhe. Im rasanten Tiefflug auf feinem Pulver durch eine der wildesten Gletscherlandschaften der Alpen. Vorbei an haushohen Eistürmen und abgrundtiefen Gletscherspalten. Nicht weit entfernt der mächtige Sérac, der sich wie ein eisiges Monster aus dem Schnee erhebt.

Doch als ich mit meinen Begleitern Luggi und Louis die Skier anschnalle, fauchen heftige Windböen über den Gletscher. Vom Palü-Grat wälzen sich, einem Wasserfall gleich, immer neue Wolken die Bergflanken hinab. Null Sicht. Dafür umso mehr Wind. Gut, dass Plan B bereits steht. Nach einer kurzen Abfahrt von ungefähr 200 Höhenmetern auf den Pers-Gletscher wollen wir über die steile Südflanke auf den noch wolkenfreien Munt Pers an der Diavolezza. Und dann ostseitig runter zum Berninapass. An einem stürmischen Tag wie heute immer noch anspruchsvoll genug.

Mit Luggi und Louis, zwei angehenden Bergführern, bastelten wir in der Vorbereitung an einer Route, auf der sich
viele solcher gefährlichen Aufstiege mit Liften und Bergbahnen entschärfen lassen. In sechs Etappen von jeweils 15 bis 40 Kilometer Länge soll unsere Transalp vom Berninapass im südlichen Engadin nach Oberstdorf am nördlichen Alpenrand gehen. Immer hart am Berg, doch auch aus den Skigebieten heraus in einsame, versteckte Täler. Wegen des starken Windes fühlen sich die Temperaturen noch viel kälter an als die minus zwölf Grad, die das Thermometer an der Hütte zeigt. Der Wind und die Sonne der Vortage haben eine platte Kruste auf der Schneeoberfläche geschaffen, die hohes Fahrkönnen und viel Konzentration erfordert. Außerdem ziehen immer wieder Nebelschwaden und Wolken vom Palü herunter. Doch wir bleiben optimistisch.

Zu dritt arbeiten wir uns zwischen Felsabsätzen bergauf. Krabbeln wie Ameisen über Schneefelder inmitten gigantischer Bergmassive. Zumindest gegenüber am Piz Morteratsch reißt der Vorhang aus Nebel und Wolken immer wieder auf und bietet ein wildes Szenario aus Felswänden und zerklüfteten Gletschern. Überwältigend! Bereits jetzt merke ich: Eine Transalp auf Skiern, das ist eine Grandtour der Herausforderungen, voller Unwägbarkeiten und Überraschungen. Allein die Orientierung ist anspruchsvoll. Abseits der Skigebiete gibt es im Winter keine markierten Routen. In den Hochlagen sind die Wege unter einer meterhohen Schneedecke begraben. Gut, dass Luggi und Louis dabei sind, die beiden erfahrenen Bergfexe.

Tag 2: St. Moritz–Berghaus Heimeli (Sapün)
»Wo geht’s denn hin?«, fragt ein grau melierter Herr am nächsten Morgen in der Gondel von St. Moritz hinauf ins Skigebiet Corviglia. »Ach, ins Kleinwalsertal«, sagt Luggi gelassen. Der Herr schiebt…
 

Den kompletten Artikel findest Du in der Ausgabe 4/2018

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