IMMER EIN FUSS VOR DEN ANDEN

Erstellt am Nov 28, 2016
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MissionSudan

Die Umrundung der Cordillera Huayhuash in Perus Anden gilt als eine der schönsten Trekkingtouren der Welt. Aber in diesem Fall ging es um mehr: Irgendwann wird es Zeit, sich seine Lebensträume zu erfüllen

Text/Fotos: Peter Westermann

Vor mehr als dreißig Jahren war ich schon mal da. Damals nur mit Jeans, T-Shirt, einem dünnen Shetlandpullover und einer K-Way-Jacke am Leib, aber ausgestattet mit der romantischen Blauäugigkeit des Flachländers. Und dem Willen, ein Land kennenzulernen, in das ich mich auf den ersten Blick verliebt hatte. Ich weiß noch genau, ich strich damals um den Yerupajá herum, Perus zweithöchsten Berg, wie ein frisch entflammter Backfisch um seine erste Liebe: unvorbereitet, grünschnablig, aber glühend vor Begeisterung. Neun intensive Tage im damaligen Basislager an der Laguna Jahuacocha inmitten  schweizerischer und englischer Expeditionsteams legten den Grundstein für meine über dreißig Jahre andauernde Sehnsucht, um zu vollenden, was bei meinem ersten Versuch nicht möglich gewesen war: Ich wollte den Huayhuash-Rundweg schaffen, seine sechs Sechstausender und fünfzehn Fünftausender entdecken. Irgendwann einmal. Ich habe in der Zwischenzeit eine (ehemalige) Psychologiestudentin aus Iquitos geheiratet, war mit Reisebildern aus Peru an der Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie angenommen worden, unsere Kinder wuchsen mit Vals peruano – einem peruanischen Musik und Tanzstil im langsamen Dreivierteltakt – sowie den afroperuanischen Rhythmen der Küste auf. Mehr Peru war in meinem Hamburger Leben nicht möglich gewesen. Und doch verging Jahr um Jahr, in dem der Traum vom Cordillera Huayhuash nur noch leise fortlebte wie das Glimmen einer Öllampe auf dem Friedhof der großen Ziele, die man sich in jungen Jahren gesteckt hatte. Aber die Sehnsucht erlosch nie ganz. Zu seinem sechzigsten Geburtstag schickte ich meinem Freund Martin ein Foto vom Yerupajá. »Wenn nicht mit sechzig, wann dann?« Es war eine Frage, die ich an mich selbst gerichtet hatte und die mein Freund…

Den kompletten Text “Immer ein Fuss vor den Anden” findest du in der Ausgabe 04/16 – Erscheinungsdatum: 01.12.16.
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