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Ich bin dann mal auf der Zugspitze

Der Entschluss steht fest: innerhalb eines Tages von Herrsching am Ammersee auf die Zugspitze und zurück. Das alles jedoch "by fair means". Begleite unseren Autor bei seinem Abenteuer über 176 Kilometer und 3400 Höhenmeter.

TEXT: Günter Kast / FOTOS: Peter Neusser

Wie, nicht fertig?« – Die Autowerkstatt versaut mir meine morgige Bergtour: Ersatzteil nicht lieferbar. Wo doch der Wetterbericht blauen Himmel verspricht und ich mir einen freien Tag unter der Woche leisten möchte. Okay, man könnte von zu Hause in Herrsching am Ammersee 45 Minuten lang mit der S-Bahn zum Münchner Hauptbahnhof zuckeln und dort in den Zug in die Zugspitzregion nach Garmisch-Partenkirchen umsteigen. Ökologisch korrekt, aber irgendwie passt das Herumsitzen auf Bahnsteigen nicht zu meiner Vorstellung von einem gelungenen Outdoor-Tag. Schnelles Aufgeben ist meine Sache aber auch nicht. Ich könnte jetzt Freunde fragen, ob sie morgen kurzfristig freibekommen.

Oder aber die Dinge akzeptieren, wie sie sind. Allein losziehen. Ohne Auto, ohne Bahnticket. Mit dem Fahrrad, so wie früher. So wie Toni Kurz und Andreas Hinterstoißer, als sie sich 1936 aufmachten, als Erste die Eigernordwand zu durchsteigen. Die fuhren damals von Bad Reichenhall mit dem Drahtesel los, weil sie kein Geld für ein Bahnticket hatten. Und zwar bis ins Berner Oberland. Das war damals keines- wegs ungewöhnlich. Autos besaßen nur die besseren Herrschaften.

In mir reift in wenigen Minuten eine Idee: Warum nicht von Herrsching (533 m) aus mit dem Rad nach Garmisch-Partenkirchen fahren, dann zu Fuß auf die Zugspitze (2962 m) steigen, und das Ganze wieder zurück? Der höchste Punkt Deutschlands wäre doch ein logisches Ziel. Im Kopf rattert es jetzt. Höhenmeter, Kilometer und Gehzeiten purzeln durcheinander.

Mein Entschluss steht fest, die Route auch: mit dem Mountainbike bis Partenkirchen und weiter zur Reintalangerhütte; dort das Bike parken und zu Fuß via Knorrhütte und Zugspitzplatt zum Gipfel. Erstens kann ich so maximal viele Höhenmeter mit dem Rad zurücklegen, was gut für meine lädierten Knie ist. Und zweitens ist die Auffahrt durch das idyllische Reintal eine technische Herausforderung und ein optischer Genuss. Der Preis dafür: Ich muss die 65 Kilometer von Herrsching nach Garmisch und wieder zurück, also insgesamt 130 Kilometer, auf Asphalt mit den breiten Stollenreifen und dem vollgefederten, schweren Mountainbike zurücklegen.

Ich stelle den Wecker auf 0.40 Uhr. Ist aber eine eher willkürliche Entscheidung. Ich habe ja keine Ahnung, wie lange ich wirklich brauchen werde. Ich weiß nur: Spätestens um 1.30 Uhr will ich los. Es wird dann zwar ein noch fast voller Mond am Himmel stehen, aber ohne Fahrradbeleuchtung geht es natürlich nicht. Und wo ist die überhaupt? Immerhin finde...

 

 

Den kompletten Artikel findest Du in der Ausgabe 2/2020

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