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HOCHSEE - ALPENPOOL

Jedes Jahr im Mai geht in der Steiermark die Welt unter. Schmelzwasser sprudelt aus den Bergen, flutet Wiesen und Wanderwege. Für Taucher eine glasklare Sache: Der Grüne See wird zum fantastischen Pool in den Alpen...

Der grüne See in den Alpen ist ein glasklares Vergnügen für Taucher

Text: Wolfgang Pölzer |  Fotos: Marc Henauer

Almählich steigt der Pegel, versinkt die Welt. Quellen sickern aus dem Boden und werden zu sprudelnden Flüssen, die bald talwärts rauschen. Wo anfangs nur kleine Pfützen den Boden bedecken, steht man tags darauf schon knietief im Wasser. Ehe man sich versieht, verschwindet die vertraute Umgebung. Wird verschluckt von der steigenden Oberfläche. Nichts trübt das Bild: Das Wasser ist klar wie Glas. Oben wie unten reicht die Sicht bis an die neuen Ufer. Das Land wandelt sich zum Seegrund, die blühende Frühlingsweide mutiert zur wallenden Seegraswiese. Die Berge: groteske Spiegelbilder, die aus dem Wasser hinaus- und ins Wasser hineinzuragen scheinen. Wo Wanderer vor einigen Tagen noch fröhlich pfeifend den kleinen Bach überschritten, schwimmen jetzt Fische. Die Forellen suchen nach Insekten, den ersten Opfern der ungewöhnlichen Flut. Und das Wasser steigt weiter und weiter. Pfade, Büsche, Bäume, Bänke – alles ertrinkt im eiskalten Nass.

Bloß Fantasie? Die Sintflut? Nein, dieses Phänomen gibt es wirklich, und zwar im Zentrum von Österreich, nahezu exakt am geografischen Mittelpunkt des Landes, am Talschluss einer kaum besiedelten, knapp 25 Kilometer langen Einkerbung der Nördlichen Kalkalpen. In einer Senke rund 800 Meter über dem Meer wiederholt sich das Schauspiel Jahr für Jahr. Ein See entsteht und vergeht. Für einige Monate liegt er wie ein leuchtendes Trugbild zu Füßen der Berge: der Grüne See.

Dicht neben seinen bewaldeten Ufern ragt das Hochschwabmassiv über 2000 Meter in den Himmel. Der 400 Quadratkilometer große Gebirgsstock ist bekannt als Wetterscheide und fängt vor allem zur Winterzeit große Mengen an Niederschlägen in Form einer dicken Schneedecke auf. Meist erst Anfang Mai, wenn auch in großer Höhe die Sonne stark genug ist, schmilzt die weiße Pracht. Schnee und Eis versickern in unzähligen Spalten, Löchern und Dolinen des porösen Kalksteinsockels. Immer mehr Wasser sammelt sich nun am und im Berg. In Pfützen, Rinnsalen, Bächen, sogar in unterirdischen Seen und Höhlen. [...]

 

Den kompletten Artikel findest Du in der Ausgabe 01/14 

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