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GRÖNLAND AM ENDE VON ALLEM

Im Osten Grönlands, halb vergraben von Eis und Schnee, liegt das kleine Dorf Tiniteqilaaq. Für die Inuit gibt es hier nicht mehr viel zu tun, außer dem Hunger zu trotzen und der Kälte. Nur einer geht noch raus zum Jagen.

Grönland Jagd der Inuit

Text: Heico Forster | Fotos: Ragnar Axelsson

Tobias Ignatiussen kratzt sich in Ruhe am Bauch. Mit freiem Oberkörper sitzt der Inuk in seinem überheizten Häuschen, das nur aus einem Zimmer besteht. Kleider liegen herum, schmutziges Geschirr, Essensreste.

»Wir können es heute versuchen«, sagt er und rekelt sich. »Vielleicht kriegen wir einen Hai.« Der Grönlandhai ist mit bis zu fünf Meter Länge der größte Fisch des Polarmeeres. »Es ist nicht einfach. Wir brauchen zuerst Robbenfleisch, sonst beißt er nicht an.« Ignatiussen drückt sich aus dem Stuhl. Schwer steht er im Raum, ein massiver Körper, breiter Rücken, muskulöse Arme, große Hände. Er zieht sich zwei Pullover über, eine Daunenjacke und steigt in die warmen Baffin-Stiefel. Draußen herrscht nur Kälte. Eine Kälte, die dir die Haut verbrennt.

Die Jagd hier oben ist ein rohes Unterfangen, bar jeder Romantik. Allein eine Robbe zu erlegen kann viele Stunden dauern, manchmal Tage. Du musst erst mal eine finden. Dann musst du treffen. Du darfst nicht zittern. Ignatiussen, einer der letzten Jäger Ostgrönlands, öffnet die Haustür und stapft durch den Schnee. Es ist Mitte Februar. Das Thermometer an der Tür zeigt achtzehn Grad unter Null an.

Tiniteqilaaq ist ein winziger Ort im Osten Grönlands, in dem 120 Menschen leben, eingekesselt von Schnee, Wind und Eis. Der Sermilikfjord öffnet sich unter tiefen Wolken, es ist nicht mehr weit zum Polarkreis. Eisberge und riesige Eisschollen treiben auf einem schwarzen Meer. Es gibt keinen Horizont. Kein Licht, keine Farben. Wasser und Himmel zerfließen zu einem schmutzigen Grau.

Auf der gegenüberliegenden Seite, hinter dem Dorf, verläuft eine Bergkette. Der Wind pustet Schnee über die Gipfel und lässt die Konturen unscharf werden. Eine eisige Welt ohne eine einzige Spur Wärme. Wir folgen dem Jäger von Tiniteqilaaq zum Bootsanleger. Hinter ihm geht Ragnar Axelsson, der Schlüssel zu Ignatiussen, der Schlüssel zu diesem ganzen verschlossenen Reich am Ende von allem. [...]

 

Den kompletten Artikel findest Du in der Ausgabe 02/15 

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