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GLÜCKSRITTER

Die Brecher am Bluff Beach sind eine echte Wucht. Wer in Panama das Meer reitet, sollte die Kraft der Welle lieben. Fünf Freunde machen sich auf die Suche nach der perfekten Brandung. In Panama finden sie ihr Paradies. Vor Bluff Beach läuft die heftigste Welle der Karibik.

Surfen am Bluff Beach in Kanada

Text: Lars Jacobsen  |  Fotos: Corey Wilson

Es gibt nichts Schöneres als den Geruch von Palmen am Morgen. Die langhalsigen Schatten auf dem Sand, die Fransen der Palmwedel im Licht. Ein Strand ohne Palmen ist kein anständiger Strand zum Surfen. Und hier riecht es heute verdammt nach Surfen. In der Nacht zuvor hat es geregnet. Die Straßen sind Schlammpisten, in den milchkaffeefarbenen Pfützen spiegeln sich die Passatwolken. Alles duftet feucht und warm. Yadin Nicol und die Jungs stehen im hellen Sand von Bluff Beach und blicken aufs Karibische Meer. Ende August. Die Saison müsste sich eigentlich dem Ende neigen, aber die Wellen hier scheint das nicht zu kümmern. Hoch und steil wirft sich das Meer ans Ufer.

»Der Break erinnert mich an La Gravière in Frankreich«, sagt Yadin Nicol, blond, vom Regen nasse Haare. »Eine der besten über Sand brechenden Wellen der Welt.« Es gibt nicht viele Wellen, die Nicol noch nicht kennt. Aber diese hier sind Neuland für den gebürtigen Westaustralier, hierher hat es den Profi noch nie verschlagen. Panama, Ostküste. Ein Haufen vorgelagerter Inseln in der Bahía del Almirante. Sie hatten bisher wenig gehört von dem kleinen Land zwischen den großen Amerikas. Herb und rau soll es sein, nicht so glatt und von Dollars getrieben wie sein Nachbar Costa Rica. Für Surfer vielerorts noch ein unbeschriebenes Blatt. An Panamas Pazifik- und Karibikküste sollen Weltklassewellen brechen, ohne dass man sie mit Hunderten anderer Surfer teilen muss.

Es beginnt wieder zu regnen. Der Geruch des Ozeans ist so stark, dass die Luft fast modrig schmeckt. »Panama riecht wie Regenwald«, sagt Oliver Kurtz und paddelt raus. Kurz darauf sitzen die Jungs im warmen Wasser der Karibik. Shorts, nackte Oberkörper. Smaragdgrüne Wellen explodieren im Fünfzehnsekundentakt über der sonst glatten Wasseroberfläche. Nicol wartet an der perfekten Stelle und sieht zu, wie sich eine Wasserwand vor ihm aufbaut. Dann legt er sich auf sein Board und paddelt los. Die Welle hebt ihn aus dem Ozean empor, vor der Spitze seines Boards wird das Wasser vom Grund weggesogen. Die Welle richtet sich im Neunziggradwinkel über dem Riff auf, als Nicol auf sein Brett springt. Keine Sekunde später surft er durch das Innere eines tobenden Wasserkarussells, rast Richtung offene Wellenschulter. Hinter ihm komplettes Chaos, vor ihm glattes Wasser. Als würde er vom Strahl einer Rakete angetrieben und mitten durch den sich aufwickelnden Wassertunnel gepustet. Mit einem Donnern kracht die Wellenlippe auf den Meeresboden, wirbelt Strudel an Sand auf. Nicol kantet sein Board in den oberen Teil der Wand, um Geschwindigkeit für den Ausstieg aus dem Wellenschlund zu gewinnen. Ein Tanz auf der Rasierklinge. Sekunden werden zu gefühlten Minuten, erstarrte Zeit im Rausch des Meeres. Die Welle verharrt kurz vor der Implosion. Dann spuckt sie ihn aus, Nicol kommt zurück ans Tageslicht [...]

Den kompletten Artikel findest Du in der Ausgabe 4/14

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