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DER WASSERMANN

Er fängt Meeresschildkröten mit bloßen Händen, taucht nach Muscheln und findet mitten in der Wüste Westaustraliens Buschbananen. Unterwegs mit einem der letzten Ureinwohner von Shark Bay

Überleben in Australiens Shark Bay

TEXT: MARC BIELEFELD / FOTOS: PHILIP KOSCHEL


Die Temperaturen gehen langsam ans Eingemachte. Seit Tagen herrschen mindestens fast 50 Grad im Schatten. Die Aussies sagen, dass selbst die Schlangen das nicht mehr witzig finden. Die würden sich jetzt tief im Sand vergraben, damit sie nicht von innen vertrocknen und von außen verkohlen.


Shark Bay, der westlichste Zipfel Westaustraliens, es ist Mitte Februar. An diesem Nachmittag biegt an der Beachbar von Monkey Mia ein mächtiger Geländewagen um die Ecke und parkt am Strand, direkt vor dem flachen, türkisfarbenen Meer. Darren »Capes« Capewell hat alle Fenster runtergekurbelt und hört lauten Rock. Schwer und muskulös steigt er aus seinem Wagen. Latschen, Surfshorts, Sonnenhut. Er lächelt nicht, sagt »Hey, brother«, und ich würde es ihm nicht übel nehmen, wäre er gekommen, um die nächsten vier Tage ab- zusagen. Aber Capewell sagt nicht ab.


Er begrüßt mich auf dem Land der Nhanda und Malgana. Sie selbst nennen sich Yamaji Wirriya, Salzwassermenschen. In Shark Bay leben noch etwa 120 von ihnen, darunter Capewell. Wir setzen uns an den Strand, schauen aufs Meer. Vier Delfine schwimmen durchs flache Wasser. »Wir Aborigines nennen sie Irra Buga – die, die aus dem Mund stinken. Sie schmecken nicht.« Capewell zeigt auf die Bucht. »Letzte Nacht sind vier Dugongs reingekommen, Seekühe, seltene und scheue Tiere, so groß wie Walrosse. Ihr Fleisch schmeckt gut. Saftig, wie Schwein.«


Dann blickt er mich an. »Du willst also wirklich vier Tage im Busch verbringen?«
»Schon, aber ist es nicht etwas zu heiß dafür?«
»Es ist nicht zu heiß. In dieser Jahreszeit ist es immer so heiß hier draußen.«
»Und wir wollen nichts zu essen mitnehmen?«
»Nein, du wolltest doch wissen, wie man in unserer Wildnis auch ohne Steaks und Bier überleben kann, oder?«


Ich nicke kurz, denn das ist der Plan. Vier Tage und Nächte auf der schattenlosen Erde der Peron-Halbinsel verbringen, leben wie früher die Aborigines: vom Meer, von den Gaben der Wüste, nichts als Himmel und Sterne über den Schädeln. Doch wie soll das gehen? Da draußen kriechen nur Skorpione und Echsen, Termitenhügel ragen empor, im Meer schwimmen Tigerhaie.
»Wir werden den Fourwheeler mitnehmen, zu Fuß hältst du es nicht durch, du würdest verbrennen«, sagt Capewell. »Wir werden zwei Pakete Weißbrot mitnehmen, Wasser und Tee. Mehr nicht. Den Rest besorgen wir uns.« »Besorgen, wo?« (...)

 


Den kompletten Artikel findest Du in der Ausgabe 1/14

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