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DER GERUCH VON NILPFERD

Wer das erste Mal im Leben auf Safari geht, kriegt Gänsehaut. Denn hier unten in Afrika ist alles echt. Die Schlangen,die Elefanten und die Paviane, die ihre Kokosnüsse mit dem Hintern knacken.

Meine erste Safari – besser als Zoo

TEXT: MARC BIELEFELD / ILLUSTRATION: SILKE WEISSBACH

Die erste Safari meines Lebens beginnt in einer Hotelhalle Malawis, und die Wunder lassen nicht lange auf sich warten. Mitten in der Lobby steht der Portier und schläft. »Hello?«, frage ich vorsichtig. Keine Regung. Der Mann lehnt sich nirgends an, und ich frage mich, wie kann das gehen, ohne umzukippen? Ich trete nun direkt vor ihn und sage laut: »Good morning!« Doch nichts. Der Mann steht kerzengerade auf dem weinroten Teppich und ratzt. Die  fantastische Einlage müsste mir zu denken geben. Welche Hexereien werde ich erleben, begebe ich mich hier unten erst ins Reich der Tiere? Papageien, die Loopings drehen? Krokodile, die mit Seerosen schmeißen?

»In Afrika musst du mit allem rechnen«, sagte ein Biologe einmal zu mir. »Vor allem wenn du nicht damit rechnest.«

Bereits sehr früh am Morgen verlassen wir die Hauptstadt Lilongwe. Der Fahrer steuert den Geländewagen durch staubtrockenes Malawi, nach sechs Stunden erreichen wir zunehmend dichtes Hinterland und biegen in den Dschungel ein. An einem kleinen Bootsanleger am Fluss Shire ist die Fahrt zu Ende. Ich steige aus. Wasserfallartig stößt mir der Schweiß vom Schädel, draußen herrschen mehr als vierzig Grad im Schatten. Die Bäume hier flattern irgendwie seltsam, das Gras am Ufer kann singen. Der Wind, denke ich. Ich will ein paar Schritte gehen, runter zum Ufer. Der Fahrer aber sagt: »No, sir, crocodiles.« Ich sehe lediglich braunes Wasser, pariere jedoch ruckartig. Als der Bootsmann kommt und wir bald über den weit gedehnten Fluss zur Lodge tuckern, kriecht mir plötzlich ein unfassbar ekelhafter, nach Tod und Verfaultem stinkender Geruch in die Nase. Ich blicke nach unten ins Wasser. »No, sir«, sagt der Bootsmann und zeigt nach Norden. »Nilpferdatem, hält sich lange, wabert kilometerweit über den Fluss.« Kleine Touristenscherze, denke ich. Hahaha!

Nach zehn Minuten erreichen wir die Lodge im Liwonde-Nationalpark, einem Reich, das man getrost als die tiefe Wildnis Afrikas …

 

Den kompletten Artikel findest Du in der Ausgabe 3/2017 

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