DER GALAPAGOS MANN

Erstellt am Jun 8, 2017
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GalapagosMann

Seit dreißig Jahren lebt Mathias Espinosa auf dem Archipel der Echsen und Haie. Tausende Male tauchte er hier ab, kennt das Meer der rauen Inseln besser als jeder andere. Ein weiter Weg für einen Mann, der aus Stuttgart kam und sich heute in der pazifischen Wunderwelt zu Hause fühlt

Text: Marc Bielefeld

Hochgewachsen steht er am Strand von Santa Cruz, dunkle Haut, grünblaue Augen, eine eher seltene Spezies hier draußen, mitten im Pazifik. Langsam bewegt er sich durch die Hitze, verweilt hier und da an einem Strauch, mustert einen Vogel. Wer ist dieser Mann? Und warum spricht er so ein komisches Bairisch? Man könnte den mit deutscher Mundart daher kommenden Ecuadorianer namens Mathias Espinosa leicht für einen verstiegenen Ornithologen halten, der begeistert über Baumfinken und Schnabelgrößen redet und über die Wunder der Evolution. In Birkenstocklatschen, mit runder Brille und kleinem Bäuchlein wandelt der auch des Spanischen mächtige Deutsche durch den weißen Sand von Tortuga Bay, zeigt auf die Meerechsen, die auf den Steinen ruhen, deutet auf die Pelikane und die durch die Luft gleitenden Fregattvögel. Inmitten seiner Ausführungen hüstelt Espinosa, muss sich immer wieder räuspern. Noch weiß man ja nicht, dass sein Husten von über zehntausend Tauchgängen kommt, von den Unmengen trockener Pressluft, die er in seinem Leben geatmet hat.

Die Sonne brennt auf Galapagos herab. Espinosa trägt einen beigefarbenen Stoffhut, dessen Schutzlappen über Nacken und Ohren hängen wie die Schlappohren eines Dackels. Er führt gerade eine Gruppe Besucher zur schneeweißen Bucht, bleibt an einer Lagune stehen und zeigt auf einen Schwarm zitronengelber Riffbarsche. Beim Tauchen, erzählt er, habe er mal gefilmt, wie ein mächtiger Leguan in das Revier eines solchen Fischs eindrang und dessen Algen fressen wollte. Erst in der Zeitlupe zu Hause erkannte Espinosa, warum die panzerhäutige Meerechse panisch aus dem Wasser schoss. Der kleine Korallenfisch hatte die für ihn riesige Echse umkreist, allen Mut zusammengenommen und dem zackigen Urvieh bei einem blitzschnellen Manöver ins Auge gebissen. »Ein biblisches Schauspiel«, sagt Espinosa. »David gegen Goliath.«

Seit knapp dreißig Jahren lebt der Mann auf Galapagos. Besitzt den deutschen wie den ecuadorianischen Pass, spricht neben Deutsch und Spanisch fast perfektes Englisch. Ein Naturbursche, Taucher, Musiker, Lebenskünstler. Vor allem einer der bekanntesten Naturführer der Inseln. Er kennt nahezu jeden Vogel, jeden Fisch da draußen. Weiß, wo die Riesenschildkröten leben und bei welchen Strömungen die Hammerhaie aus dem offenen Pazifik reinkommen, um sich von den Kaiserfischen putzen zu lassen. Auch war er einer der ersten Taucher, die an den entlegenen nördlichen Inseln Wolf und Darwin regelmäßig ins Wasser gingen. Einer der wenigen, die Monate dort unten im Meer…

Den kompletten Artikel “Der Galapagos Mann!” findest du in der Ausgabe 02/17 – Erscheinungsdatum: 08.06.17.
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