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ABENTEUER SCHWEDEN: 12 REISETIPPS FÜR ENTDECKER

Weites Land mit wilder Seele: Hier gibt es sie noch, die einsamen Orte inmitten spektakulärer Natur, die oft nur auf ultraharten Treks oder aus der Luft erreichbar sind. Ein Eldorado für Entdecker – und alle, die abseits ausgetrampelter Pfade das Abenteuer suchen.

1 INSELHOPPING AUF DIE NASSE TOUR

Stockholm, Stockholms län

Quer durch Stockholms Schärengarten. Rennen, kraulen, sich wieder aus dem Wasser quälen – bis zur totalen ­Erschöpfung. Wer macht so was? Die Schweden! Ursprünglich eine Kneipenwette unter vier Kumpels, hat sich das Swimrun-Konzept »Ötillö« – zu Deutsch: von Insel zu Insel – seit 2002 zur internationalen Wettkampfserie entwickelt. Höhepunkt: die Ötillö-WM am 2. September. Dabei steuern die Teilnehmer vor Stockholm 24 Schären-Stopps an – und müssen 65 Kilometer über rutschige Felsen und sandige Wege zurücklegen, dazu 10 Kilometer im Meer schwimmen. Startplätze gibt’s über Qualifikationswettbewerbe. Einer davon: der Ötillö in Utö am 18. März. Drei Routenvarianten ­zwischen 7,1 und 40,9 Kilometern stehen hier zur Wahl – allesamt machbar, aber sicher kein Spaziergang. 

Kosten: Ab 50 Euro für die Kurzstrecken, die Teilnahme am 42-km-Swimrun kostet rund 400 Euro 
otilloswimrun.com

2 Zip, zip – hurra!

nahe Klavreström, Kronobergs län

Auf Schwedens längster Zipline jagen Adrenalin­junkies mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 75 Stundenkilometern im Freiflug über Smålands Wälder – atemberaubende Ausblicke inklusive. Auf verschiedenen Routen geht’s über insgesamt 16 Stationen auf einer Länge von vier Kilometern talwärts – mal weit über den grünen Wipfeln, dann wieder mittendurch. Wer Nerven hat so dick wie die Stahlseile, an denen er hängt, wagt sich auf die ­Kamikaze-Tour: Auf 2600 Metern sind sieben ­Bahnen zwischen 10 und 18 Meter hohen Türmen angebracht – die höchste Bahn ist 52 Meter hoch. Und hinterher? Ab in die Sauna! Mitten im Wald steht ein mit Holz befeuertes Schwitzhaus samt ­Badebottich mit Blick ins Grün – perfekt, um Muskeln zu entspannen. Und vor allem die Nerven. 

Kosten: 5 Zipline-Varianten stehen zur Wahl,
Dauer: 1,5 bis 4,5 Stunden, ab 83 Euro
swedenzipline.com

3 Aufwärts-Trend

Bohuslän, Västra Götalands län

Tausende Inseln mit glatt geschliffenen Felsen und schroffe Schären bilden die malerische Küstenlandschaft von Bohuslän. Das Licht, gerade in den frühen Abendstunden: unvergleichlich sanft und weich. Dazu leuchtet der legendäre Bohus Granit in sattem Rot über den Wellen – und lockt Kletterer aus aller Welt an. Vor allem Friends und Keile kommen hier ­traditionell zum Einsatz, aber auch Free Solo ist möglich. Mit ihren 20 bis 80 Metern brechen die Felsriegel nicht gerade Höhenrekorde, dafür punkten sie mit feinstem Granit von bester Qualität. Auch Boulder-Optionen gibt es einige – für Anfänger wie Profis.

Kosten: Kletter- & Boulder-Kurse ab 60 Euro
bohusadventure.com

4 schneller strom

Vindeln, Västerbottens län

Wer Adrenalinkicks in echter Wildnis sucht, findet sie beim Rafting auf dem Vindelälven – als einer der vier schwedischen Nationalflüsse ist der 450 Kilometer lange Strom vor menschlichen Eingriffen geschützt, darf also weder ­reguliert noch zur Wasserkraftnutzung ausgebaut werden. Die Folge: Er bahnt sich rasant-sprudelnd und völlig naturbelassen seinen Weg durch wilde Wälder – ein Paradies für Rafter, die hier ganze 40 Stromschnellen bezwingen können. Hemseleforsen ist eine davon – hier fällt der Fluss auf einer Strecke von einem Kilometer um satte acht Meter. Ideale Bedingungen für eine abenteuerliche Spritztour.

Kosten: 3 Stunden Rafting ab 50 Euro p. P.
forsranning.se

5 Abheben am A-Bay

Varberg, Hallands län

Nicht umsonst trägt Hallands Küste den Spitznamen »Schwedische Riviera«. Sie bietet beste Bedingungen zum Schwimmen, Schnorcheln, Sonnetanken. Die Bucht Apelviken – kurz A-Bay – zählt gar zu den besten Kite- und Windsurfrevieren des Landes. Entsprechend voll kann es dort im Sommer werden. Aber: Für alle, die die ganz große Welle machen wollen, beginnt die Surfsaison sowieso erst, wenn Badegäste das Handtuch werfen. Im Herbst, Winter und Frühjahr peitscht der Wind die Wassermassen vor Varberg meterhoch auf. In dickes Neopren gepackt gehen dann die Cracks in die Luft. 

Kosten: 2-tägiger Grundkurs Kitesurfen ab 244 Euro
fahlensurf.se

6 weg in die wildnis 

z. B. ab Stenkällegården/Karlsborg, Örebro län

Wer kann und will, schafft die komplette Strecke in gut zwei Wochen: Bestens ausgeschildert schlängelt sich der Flachwanderweg Bergslagsleden – mit 280 Kilometern der längste Schwedens – fast ausschließlich durch dichten Wald. Und kreuzt dabei auf seinen 17 Etappen diverse Naturschutzgebiete. Besonders schön: der Nationalpark Tiveden nahe des Vätternsees – ein raues, wildes Durcheinander aus Felsspalten, Steinblöcken, Baumwurzeln, Bächen, Seen, Wiesen und unter dem Dach uralter Baumriesen. Festes Schuhwerk ist hier Pflicht!

Kosten: keine, Etappenkarten gibt’s online, Übernachtung am jeweiligen Etappenziel ab 10 Euro
bergslagsleden.se

7 durchblick behalten

z. B. Henriksholm, Västra Götalands län

Reinsetzen, rausgucken, runterkommen: Mitten in Schwedens Wildnis stehen einsame Glashütten mit Rundumblick. Warum? Für eine Stress-Studie durften fünf Menschen mit aufreibenden Jobs hier einziehen – und 72 Stunden lang den Ausblick genießen, spazieren, paddeln und unter freiem Himmel kochen. Die Folge­untersuchung zeigte: Das Stresslevel war bei jedem Einzelnen drastisch gesunken, meist um satte 70 Prozent. Wer es testen will, hat jetzt die Chance: Seit Abschluss der Studie sind die Hütten auch für Besucher buchbar.

Kosten: Der 72-Stunden-Aufenthalt an drei Standorten kostet ca. 650 Euro bei Einzelbelegung, inkl. Verpflegung
72hcabin.com

8 Auf zum Elchtest

Skinnskatteberg, Västmanlands län

Eins vorweg: In freier Wildbahn wirkt Schwedens Wappentier nicht halb so stoisch wie im Foto! Mit zwei Meter Schulterhöhe, fast drei Meter Länge und mächtigem Schaufelgeweih sind gerade Elchbullen ziemliche Brecher – erst recht, wenn sie mit bis zu 60 Stundenkilometern durchs ­Unterholz preschen. Für alle, die die Wald- und Wiesen-Riesen auf eigene Faust aufspüren möchten, empfiehlt es sich, am frühen Abend auf entlegenen Waldwegen Ausschau zu halten. Oder eine ­Elchsafari zu buchen: Zertifizierte Guides kennen die Lieblingsplätze der standorttreuen Tiere. 

Kosten: 5-stündige Tour inkl. Guide, Fernglas und Abendessen am Lagerfeuer ab 140 Euro p. P.
wildsweden.com

9 Einfach mal treiben lassen

Gunnerud, Värmlands län

Dem ruhigen Flusslauf folgen, von Kurve zu Kurve, vorbei an Sandbänken, überhängenden Bäumen, Bibern – eine Floßfahrt ist ideal, um Värmlands wilde Weiten zu entdecken. Doch bevor es auf die zwei Stundenkilometer langsame Reise geht, heißt es: Pfähle schleppen und Knoten knüpfen. Am Ufer des Klarälven können Besucher ihr Floß selbst bauen. Material liegt bereit, ein Guide gibt Tipps, bevor das tonnenschwere Gefährt samt Zelt zu Wasser gelassen wird. Kurs: Richtung Abenteuer!

Kosten: 8-Tage-Tour über wahlweise 50 oder 100 Kilometer ab 350 Euro p. P., Tagestour ab 116 Euro
vildmark.se

10 Große sprünge machen

Åre, Jämtlands län

Hoch im Norden – und extrem: Rund um die kleine Bergstadt Åre liegt Skandinaviens größtes Skigebiet mit jeder Menge rasanter Abfahrten. Und wenn der Schnee schmilzt? Dann wird der 1420 Meter hohe Fjäll Åreskutan zum Eldorado für Bike-Freerider: 34 Trails, 50-Kilometer-Strecke und ein Höhenunterschied von 853 Metern lassen im Åre Bike Park keine Wünsche offen. Im oberen Bereich ist der Berg zerklüftet, unwegsam und alpin. Gleich mehrere Routen führen über riesige Felsplatten. Klasse, wenn es trocken ist, ein Brett aber selbst für Profis bei Nässe. In der Bike-Arena finden ambitionierte MTB-Racer eine Four-Cross-Strecke und einen Slopestyle-Park. Bei den Locals beliebt ist »Bräckebäcksleden« – ein mit Wurzeln übersäter Downhill-Track durch den Wald. 

Kosten: Gute Leihbikes samt Protektoren, Helm usw. gibt’s für rund 80 Euro pro Tag, 1,5-stündige Downhill-Einführung ab 18 Euro, 3-stündiger Kurs für Fortgeschrittene ab 137 Euro p. P.
areguiderna.se, aresweden.com/en/downhill-mountain-biking

11 Wild auf top-cuisine

Järpen, Jämtlands län

Carpaccio vom rohen Rinderherz, Kuchen aus Pinienrinde – die Gerichte, die im »Fäviken Magasinet« serviert werden, klingen nach moderner Skandinavien-Küche. Die rustikale Minihütte liegt inmitten absoluter Wildnis, nah am Polarkreis – nur 16 Gäste finden hier Platz. ­Warum das Restaurant trotzdem (oder gerade deshalb) als Geheimtipp gilt? Hier kocht Magnus Nilsson, Superstar der neuen nordischen Küche (zwei Michelin-Sterne). Auf den Tisch kommt nur, was ihm und seinem Team ins Netz gegangen oder vor die Flinte gelaufen ist. Pilze, ­Beeren und nordische Kräuter werden vor der Haustür gesammelt. Und das Gemüse? Selbst angebaut natürlich. 

Kosten: Das Menü mit bis zu 20 Gängen kostet 300 Euro
favikenmagasinet.se

12 Midsommar im Schnee

Riksgränsen, Norrbottens län

Spektakulärer kann man Wintersport kaum erleben! Während sich anderswo die Saison allmählich dem Ende zuneigt, geht der Skizirkus in Riksgränsen erst richtig los. Der Ort selbst: ein abgelegenes Nest an der Grenze zu Norwegen, das kaum Erwähnung fände, läge hier nicht Schwedens nördlichstes und damit eines der nördlichsten Skigebiete weltweit. Die Saison beginnt Mitte Februar – und endet mit Midsommar. Das sprichwörtliche Highlight ist die Mittsommersonne. Sprich: Ab Mitte Mai ­bietet sich die Gelegenheit, auch nachts bei Tageslicht über die Pisten zu wedeln – oder beim Heli-Skiing Abfahr­ten in absoluter Einsamkeit zu erleben. Wer es weniger rasant mag, kann das unwirklich-schöne Panorama auch per Hundeschlitten oder während einer Schneeschuhwanderung auf sich wirken lassen – und natürlich der schwedischen Saunakultur frönen. 

Kosten: 4-tägiges Ski-Package inkl. Unterkunft, Frühstück und Skipass ab ca. 220 Euro p. P. im Doppelzimmer; 3-tägiges Heli-Ski-Erlebnis inkl. Übernachtung in der geschichtsträchtigen Meteorologen-Ski-Lodge (Ex-Zollhaus und ältestes Gebäude im Ort) ab 2700 Euro p. P.
riksgransen.se, mountainguide.se

Vielfalt Zwischen Fjällen und fjorden

In 21 Provinzen locken Abenteuer für alle

Nicht ohne Grund zählen Schwedens Bewohner laut Studien zu den glücklichsten Menschen der Welt: »Hier gibt es alles, vom Lichten und Lächelnden bis zum Dunklen und Ernsten, oft auf die bezauberndste Weise gemischt«, betonte einst Astrid Lindgren – und: Recht hat sie! Während die weiten Felder des südlichen Schonen fast lieblich wirken, auf den Schären dahingetupfte rote Holzhäuser ­Assoziationen an »Ferien auf Saltkrokan« wecken, gleichen große Teile Lapplands im äußersten Norden Schwedens einer kargen Steppe. Dazwischen liegt ein knappes Dutzend traumhafte Landschaften – völlig unterschiedlich und jede auf ihre Weise reizvoll. 

In den Weiten der nördlichen Fjälle etwa können Outdoor-Enthusiasten tagelange Skitouren oder Wanderungen unternehmen, die vielen Flüsse sind ideal zum Angeln und Kanufahren. Und nicht zu vergessen die einsamen Wälder! Immerhin ­wohnen nur rund zehn Millionen Menschen auf 449 696 Quadratkilometern – so bleibt viel Platz für stille Weiten und unberührte Natur, in der seltene Tiere wie Elche, Wölfe und Bären zu Hause sind. Das Land selbst ist in 21 Regionen unterteilt – auf Schwedisch: »län« –, die in etwa mit den deutschen Bundesländern zu vergleichen sind.

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