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ABENTEUER NEUSEELAND: 12 REISETIPPS FÜR ENTDECKER

Kia Ora! Willkommen auf den Inseln, wo jetzt Sommer ist. Wo Gebirgsgiganten am Himmel kratzen, Gletscher auf Dschungel treffen – und hinter jeder Wegbiegung neue Abenteuer warten

1 Blaues Wunder

Milford Sound, Southland

Mystische Weiten, gigantische Gipfel, dazu tintenblaue Tiefen, in denen sich neben Robben und seltenen Pinguinen sogar Wale tummeln – kein Wunder, dass schon Rudyard Kipling vom Milford Sound als »achtes Weltwunder« schwärmte. Der von steilen Klippen und wilden Wäldern gesäumte Fjord ist einer dieser seltenen magischen Orte, die Herz und Seele bewegen. Viele Besucher – ja, es sind rund 530 000 pro Jahr – erkunden das UNESCO-Weltnatur­erbe per Boot oder Helikopterflug. Wer aber richtig nah ran und die ursprüngliche Schönheit in aller Stille genießen möchte, sollte sich für einen Trekking-­Trip über den Milford Track entscheiden. Tipp: Sonnen­auf-­ und Sonnenuntergang sind echte Highlights in Pastell – und lassen sich besonders eindrucksvoll bei einer geführten Kajaktour beobachten.

Kosten: Kajaktour »Sunriser Classic«, 90 Euro 
roscosmilfordkayaks.com, milfordtrack.net

2 Über alte Geisterstrassen

Lyell, Buller District

Eins vorweg: Wer die Old Ghost Road per Mountainbike bezwingen will, muss sattelfest sein. Mit knackigen Anstiegen und rasanten Abfahrten schlängelt sich der 85-Kilometer-­Trail durch dichten Dschungel, über Hängebrücken und exponierte Abschnitte am ­wilden Mokihinui River. In der Höhe sind Eis und Schnee keine Seltenheit! Und: Die Strecke ist Geschichte – 1886 wurde sie als Verbindungstrasse zweier Goldgräberstädtchen geplant, die heute noch in Teilen erhalten sind. Es empfiehlt sich, die Tour von Süden her in Lyell zu starten und zwei bis vier Tage einzuplanen.

Kosten: Hüttenübernachtung ab 20 Euro. Reservierung erforderlich!
oldghostroad.org.nz

3 Freudensprünge Garantiert

Kaikoura, Canterbury

Das 2000-Seelen-Dorf Kaikoura gilt als Whale­watching-Hauptstadt Neuseelands. Warum? Vor der Küste locken Planktonmassen ­seltene Meeressäuger an. Nirgends sonst kann man ­ihnen so nahe kommen – zum Beispiel bei ­einem Schnorcheltrip zu Delfinen, die keinerlei ­Berührungsängste kennen. Während ­Pottwale hier ständig zu Hause sind, schauen Buckel- und Blauwale gern auf der Durchreise vorbei. 

Kosten: 3-stündige Delfin-Schnorcheltour ab ca. 100 Euro, Whalewatching ab 85 Euro
dolphinencounter.co.nz, whalewatch.co.nz

4 durch mordor zum Mount doom

Tongariro-Park, Manawatu-Wanganui

Wer »Herr der Ringe«-Flair erleben möchte – im Tongariro-Nationalpark findet er es abseits der völlig überlaufenen Plätze wie dem ­Hobbiton Movie Set in Matamata. Hier spielt die Mordor-­Welt rund um den Vulkan Ngauruhoe, der in den Filmen Mount Doom heißt. Durch Mond- und Graslandschaften, vorbei an Kraterseen windet sich der Tongariro Alpine Crossing Track – er ist 19,4 Kilometer lang und der wohl schönste Wanderweg der Insel.

Kosten: keine
tongarirocrossing.org.nz

5 Abfahrt im Sand

Ninety Mile Beach, Northland

Schnelle Adrenalinkicks gesucht? Dann auf zum Ninety Mile Beach! Die bis zu 110 Meter hohen Te-Paki-Dünen dort sind Eldorado und Lieblingsspielplatz der Sandsurfer. Auf speziellen Brettern geht’s auf dem Bauch liegend – ähnlich wie beim Bodyboarden – mit bis zu 40 km/h den Sandberg runter. Für maximalen Spaß und Sicherheit empfiehlt es sich, beim Boardverleih um eine kurze Einweisung zu bitten oder gleich eine geführte Tour zu buchen. 

Kosten: Leihboard 9 Euro, 2-Stunden-Tour 29 Euro
ahikaa-adventures.co.nz

6 Unterwelt -Action

Waitomo Caves, Waikato

Ein Höhlenhimmel voller lebender Galaxien – die Waitomo Caves sind berühmt für ihre Glühwürmchen, die zu Hunderttausenden tief unter der Erdober­fläche ein magisches Lichtspektakel veranstalten. Runter geht’s auf unterschiedlichen Wegen. Der spekta­kulärste: ein rund halbstündiger Abseilakt über 100 Meter, gefolgt von einem Cave-Trek über ­Geröll und durch bizarre Felsformationen, streckenweise ­sogar an einem unterirdischen Fluss entlang – immer dem sanften Leuchten entgegen. 

Kosten: 4-stündige »Lost World«-Tour ab 220 Euro
waitomo.co.nz

7 Auf Spritztour

Rotorua, Bay of Plenty

Rekord! Wer im wilden Weißwasser den mit sieben Metern weltweit höchsten kommerziell raftbaren Wasserfall bezwingen will, muss auf den Kaituna ­River. Der Fluss sprudelt in rasanten ­Stromschnellen durch eine tiefe, regenwaldbewachsene Schlucht. Ein ruhigeres Raftingerlebnis verspricht dagegen der nahe gelegene Rangitaiki River mit Blick auf Wiesen, Wälder und die ursprüngliche Buschlandschaft. 

Kosten: 1-stündige Raftingtour inklusive Tutea Falls ab 55 Euro, 5-stündige Rangitaikitour ab 80 Euro
kaitunacascades.co.nz

8 andenken mit tiefgang

Woodhill, Auckland

Mehr als ein paar hübsche Kringel: »Ta Moko«, die Tätowierungen der Maori, erzählen die Lebensgeschichte ihrer Träger. Traditionell werden sie mit Spateln aus Knochen oder Haifisch­zähnen unter die Haut gebracht – eine Kunst, die heute nur noch wenige beherrschen. Inia Taylor weiß, wie’s geht. Der Neuseeländer mit maorischen Wurzeln kann obendrein meisterhaft mit modernen Tattoomaschinen umgehen, und er hat kein Problem damit, auch Besucher aus aller Welt mit traditionellen Maori-Motiven zu schmücken. Für Tattoofans ein Muss!

Kosten: auf Anfrage
mokoink.com

9 cooler trip ins ewige eis

Franz Josef Glacier, West Coast

In der Welt der Gletscher ist der Franz Josef Glacier ein echter »Rock«-Star: Hoch aus den ­Bergen kommend züngeln seine Ausläufer bis in die Regenwaldzone hinunter – und bieten ­Wanderern im Tal atemberaubende Ausblicke. Mehr noch: Dieser Brocken bewegt sich rasant, bildet so immer neue Eishöhlen, Tunnel und Gletscherspalten. Wagemutige erkunden sie beim Heli-­Hiking – einem Hubschrauberflug mit geführter Klettertour durchs unwirkliche Eisblau.

Kosten: 4,5-stündiger Heli-Hike 274 Euro, 3-stündige Wandertour 45 Euro
franzjosefglacier.com

10 Abwärtstrend

Queenstown, Otago

Tiiief einatmen, Augen schließen, fallen lassen: Bungee-Jumping – oder Bungy, wie die ­Kiwis schreiben – hat eine lange Tradition in Down Under. Schließlich war es der Neuseeländer A. J. Hackett, der 1988 die erste kommerzielle Anlage auf der Kawarau-Brücke unweit von Queenstown errichtete. Sie ist noch immer in Betrieb. Wer mag, kann nach dem Absprung aus 43 Meter Höhe sogar das Wasser berühren – oder man wagt sich noch höher hinaus: Den ­tiefsten Sprung der Insel macht die Nevis Highwire Platform möglich, die an Stahlseilen über einer Bucht unweit von Queenstown schwebt. 134 Meter geht’s steil nach unten, um dann nach 8,5 Sekun­den freiem Fall mit klopfendem Herzen in den Seilen zu hängen. Allein der Weg zur Absprung­stelle ist eine Herausforderung – er führt über einen Glasboden mit Blick in die Tiefe.

Kosten: Kawarau-Bridge-Bungee 117 Euro, der Sprung von der Nevis-Plattform kostet 157 Euro
bungy.co.nz

11 frische würmer

Hokitika, West Coast

Dschungelcamp lässt grüßen! Im Rahmen des jähr­lichen Wildfoods Festival kommen am 9. März in ­Hokitika schräge Delikatessen auf den Teller. Schon mal Fleischbällchen aus Opossum gekostet? Oder Euter am Spieß? Hier bietet sich die Gelegenheit! Köstlich sollen die »Huhu Grubs« schmecken – fingerdicke Würmer, die mit einer Axt frisch aus einem Baumstamm geschlagen und sich noch windend an den Meistbietenden verkauft werden. Nach der Probierstunde knallen die Korken bis in den frühen Morgen.

Kosten: 26 Euro pro Person, Speisen nicht inklusive
wildfoods.co.nz

12 PinguinWatching

Subantarktische Inseln

Einmal Neuland betreten: Echter Entdecker-Spirit ist auf den unberührten, kaum bekannten subantarktischen Inseln im Süden Neuseelands spürbar, wo selte­ne Albatrosse brüten, bedrohte Gelbaugenpinguine watscheln und riesige Heidekrautgewächse Wind und Wetter trotzen. Die Besucherzahlen des UNESCO-Weltnaturerbes sind pro Jahr streng limitiert – nur an ausgewählten Terminen darf man mit einigen wenigen Tourveranstaltern an Land gehen.

Kosten: 8-tägige Insel-Kreuzfahrt ab 4000 Euro
heritage-expeditions.com

Naturparadies am ende der welt

Weiter weg kann man nicht reisen – und doch zog es 2017 rund 100 000 Deutsche nach Down Under. Klar: Neuseeland hat viel zu bieten.

Landschaftliche Vielfalt – leicht zu erreichen

Neuseeland besteht aus der Nordinsel mit Auckland als größter Stadt und einer Südinsel mit Christchurch. Von einer zur anderen Insel ­gelangt man per Fähre über die gut 20 Kilometer breite Cookstraße (Dauer: rund drei Stunden). Neuseeland ist gesegnet mit Naturwundern, die ­zudem ­über­raschend nah beieinanderliegen. Die Längenausdehnung der ­beiden Hauptinseln liegt bei rund 1600 Kilometern, die Fläche misst knapp 270 000 Qua­dratkilometer – ideal für einen unvergesslichen Roadtrip. 

Van oder Wohnmobil? Lieber klein denken

Wer plant, auf eigene Faust auf Achse zu gehen, sollte wissen: Neuseelands Straßen sind eher schmal, gern kurvenreich und abseits der Highways nicht immer im besten Zustand. Anders als etwa in den USA empfiehlt es sich darum, eine möglichst kleine Reisemobilvariante zu wählen. Optimal sind Campervans, die sich dank ihrer kompakten Maße leicht steuern lassen und selbst auf kleineren Campsites locker ein Plätzchen finden. Tipp: Mit der App »WikiCamps New Zealand« lassen sich im Nu Übernachtungsplätze in der Umgebung lokalisieren. Wild campen ist in vielen Regionen strengstens verboten. Und: An den Linksverkehr gewöhnt man sich schnell!

Wie viel Zeit muss sein? Die richtige Planung

Wer ganz Neuseeland per Van erfahren möchte, sollte mindestens vier Wochen einplanen. Die Südinsel ist landschaftlich abwechslungsreicher als die eher gleichförmige Nordinsel. Routenvorschläge unter newzealand.com.
 

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