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ABENTEUER MADEIRA - 12 REISETIPPS FÜR ENTDECKER

Man könnte einfach nur die Aussicht genießen – auf Sonnenuntergänge und ins tiefe Blau des Meeres. Das wäre aber eine verschenkte Chance: Auf der Insel warten so viele Abenteuer

1 FREIHEIT AUF ACHSE 

z. B. ab Funchal

Fuß aufs Gas, Arm raus – und ab geht’s über Schotterpisten und durch wilde Weiten. Keine Frage: Madeira offroad zu erleben ist ein Abenteuer. Und vielseitig dazu. Theoretisch kann man innerhalb eines Tages die Klippen des Südens bestaunen, den grünen Norden mit seinen Wäldern und Wasserfällen durchkreuzen, weitercruisen zu malerischen Lavalandschaften ... Und am Abend? Wird das Dachzelt aufgebaut und der Stille gelauscht. Der Anbieter Adventureland organisiert Land-Rover-Touren über die Insel und neuerdings auch Camping-Arrangements an besonders idyllischen Spots mitten in der Natur – inklusive Barbecue und Sonnenuntergangsromantik.

Kosten: Outdoor-Übernachtung inkl. geführter Land-Rover-Tour und Verpflegung ab 300 Euro pro Tag/Person.

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  BLAUES WUNDER

z. B. Porto Moniz

Feine, weiße Sandstrände? Sind Mangelware auf Madeira, denn die Insel ist vulkanischen Ursprungs. Doch über die Jahrhunderte haben Wind und Wellen kleine und große Pools ins schwarz-poröse Lavagestein gekerbt, die heute – von der Bran- dung des Atlantiks gespeist – perfekte Bedingungen zum Schnorcheln, Schwimmen und Entspannen bieten. Besonders empfehlenswert: die noch sehr ursprünglichen Lavapools neben dem Restaurant »Cachalote« am Ortseingang von Porto Moniz. Die »Piscinas Naturais« am anderen Ende der Stadt sind mit Umkleiden, Kiosken und gemauerten Einstiegen etwas weniger naturbelassen.

Kosten: »Cachalote« – keine, Piscinas Naturais – 1,50 Eur

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  BESUCH BEIM BARSCH

Reserva Natural Parcial do Garajau

Schon Jacques Cousteau setzte sich für den Erhalt des Schutzgebiets Garajau ein – nicht ohne Grund: In einer Meerestiefe von bis zu 50 Metern tummeln sich hier neben bunten Kleinfischen auch Muränen, Barrakudas und seltene Mönchsrobben. Zwischen Juli und Oktober ziehen Atlantische Mantas vorbei. Ständig vor Ort und deutlich zutraulicher sind die kapitalen Zackenbarsche (Foto), mit oft mehr als einem Meter Länge. Sie haben sich an die Taucher gewöhnt und begleiten sie gern aus nächster Nähe durch die Unterwasserwelt. 

Kosten: Ein Tauchgang inkl. Leihausrüstung kostet 47 Euro

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 TRECK INS GRÜNE

ab Ribeiro Frio

Eine der spektakulärsten Höhenwanderungen, die man in Europa unternehmen kann, ist die vom dritthöchsten Berg Pico do Arieiro über den Pico das Torres zum höchsten Gipfel Madeiras, dem 1862 Meter hohen Pico Ruivo. Mindestens ebenso beeindruckend sind aber die Wanderrouten entlang der Levadas. Diese teils schon im 15. Jahrhundert angelegten Wasserkanäle durchziehen die Insel und geben unterschiedliche Routen vor – zum Beispiel durch den Lorbeerwald, der seit 1999 zum UNESCO Weltnaturerbe gehört. Kein Haus und keine Straße erinnert hier daran, wie dicht die Insel in den Küstenregionen eigentlich besiedelt ist.

Kosten: Geführte Levada-Touren ab 27 Euro 

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 AUF SPRITZTOUR

z. B. Ribeira do Vimieiro

Tiefe Schluchten, wild abwärts sprudelnde Flüsse: Madeira bietet beste Bedingungen für Canyoning-Touren. Vor allem der Norden und die zentrale Gebirgskette punkten mit anspruchsvollen Strecken. Nichts für Anfänger ist der Canyon Ribeira do Vimieiro: Über eine Reihe von Wasserfällen geht’s hier 300 Meter in die Tiefe. Der Startpunkt ist nur über eine Kletterroute erreichbar – krass! Wer beim Kraxeln, Springen und Tauchen lieber das Meer im Blick hat, übt sich im Coasteering – zum Beispiel im Naturschutzgebiet Ponta de São Lourenço.


Kosten: Zweistündige geführte Canyoning-Tour ab 60 Euro, vier Stunden Coasteering 60 Euro

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 SPITZENPLATZ

Cabo Girão

Das Cabo Girão (zu Deutsch: Kap der Umkehr) an der Südküste zählt zu den höchsten Steilklippen Europas. Auf dem obersten Punkt steht die Kirche Nossa Senhora de Fátima, viel bekannter aber ist die Aussichtsplattform direkt am Klippenrand. In 580 Meter Höhe können Besucher hier nicht nur den phänomenalen Weitblick genießen, sondern auch über einen gläsernen Skywalk bummeln und zusehen, wie weit, weit unten die Wellen an die Küste schlagen. Die Plattform ist leicht per Bus und Auto erreichbar – schöner aber ist ein Treck dorthin. Ein empfehlenswerter Wanderweg beginnt im Gebirgsdorf Estreito de Câmara de Lobos und schlängelt sich entlang der Levada do Norte durch Terrassenfelder und Weinanbaugebiete den Berg hinauf.

Kosten: Keine

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 KOLUMBUS-CRUISE

Funcha

Sie ist das bekannteste Schiff in der Entdeckungsgeschichte – die »Santa Maria«, mit der Kolumbus in See stach, als noch nicht klar war, was hinter dem westlichen Horizont verborgen ist. Doch der Käpt’n selbst hielt nicht viel von seinem 22-Meter-Frachter, er verfluchte das Schiff: »Schwerfällig« sei es, schrieb er in sein Logbuch, »für Expeditionen schlicht ungeeignet«. Wer wissen will, was damit gemeint ist, kann in Funchal auf eine eigene Entdeckungsreise gehen. Zweimal am Tag legt ein detailgetreuer Nachbau der »Santa Maria« im Hafen der Inselhauptstadt ab. Bei der Drei-Stunden-Tour geht es nicht darum, Seemeilen zu reißen, sondern um ein Gefühl: Wie viel Raum gab es für die knapp 40 Mann starke Besatzung? Wie liegt der Kahn in den Wellen? Einzige Zugeständnisse an die Neuzeit sind – neben einem Dieselmotor – Toiletten und eine Bar auf dem Oberdeck, von der aus sich mit Glück sogar Delfine beobachten lassen.

Kosten: ie dreistündige Tour kostet 35 Euro

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 SO HOCH DER PULS, SO WEIT DER BLICK

z. B. ab Santana oder Funcha

»Ocean Trails« heißen die schönsten Trailrunning-Strecken auf Madeira, aus einem einfachen Grund: Wo immer man entlangläuft – stets bleibt das Blau des Meeres im Blick. Je nach Fitnessgrad gibt es Abschnitte mit Laufdauern zwischen einer und acht Stunden. Für alle, die sich offiziell messen möchten, stehen verschiedene Running-Events zur Wahl – etwa der »Ecotrail« im Oktober, bei dem penibel auf eine umweltfreundliche Durchführung geachtet wird. Auch spannend: der »Ultra Skyrunning Madeira« (USM) im Mai – mit Strecken zwischen knapp fünf und 55 Kilometern.

Kosten: Startgeld Ecotrail ab 20 Euro, USM ab 14 Euro

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 RASANTE ABFAHRT – GANZ NACH LAUNE 

z. B. ab Caniço de Baixo

Unglaublich, wie viel Kontrast so eine kleine Insel bieten kann! Alpine Wiesen gehen über in dichte Eukalyptuswälder, staubige Trails durchkreuzen rote Klippen, die steil ins Meer abfallen – und dann wieder geht’s bergab durch üppigen Dschungel, vorbei an Wasserfällen zu schwarzen Sandstränden.
Kurz: Auf Madeira findet jeder Biker sein Lieblingsterrain, übrigens ohne lange Autoanfahrten – denn die Insel ist gerade mal 57 Kilometer lang und 22 Kilometer breit.

Kosten: MTB ab 35 Euro pro Tag, geführte Tagestour 65 Euro, Drei­Tage­Tour ab 180 Euro


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10  ÜBERFLIEGER

Arco da Calheta

Die sonnenreichste Region der Insel ist zugleich ein Paradies für alle, die Höhenluft schnuppern und tief blicken wollen: In Arco da Calheta betreibt der Deutsche Hartmut Peters ein Paragliding-Camp. Der Mann war Meister der Madeira Paragliding Championships 2002/2003, lebt seit zwei Jahrzehnten auf der Insel und kennt die besten Startpunkte für Gleitschirmflieger. Wer vom Camp aus im Tandem mit einem erfahrenen Piloten den Aufwind nutzt, kann im Flug atemberaubende Ausblicke genießen, über das blau glitzernde Meer, sattgrüne Berghänge mit Bananen- und Zuckerrohrplantagen, tiefe Täler, Wasserfälle und wie in die Landschaft getupfte Dörfer. Tipp für alle, die lieber am Boden bleiben: Der Blick vom Aussichtspunkt an der Flanke des Pico do Facho oberhalb der Steilküste, wo einst Spähposten nach Piratenschiffen Ausschau hielten, ist ähnlich spektakulär.

Kosten: Der 20-minütige Tandemflug kostet ab 75 Euro

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11  Sternstunde

Paul da Serra

Ein sprichwörtliches Highlight für Sterngucker sind die Perseiden, jener Sternschnuppenschauer, der immer im August rund um das Sternbild Perseus den Nachthimmel erleuchtet. Besonders gute Sicht auf das Lichtspiel am Firmament bietet Paul da Serra, das größte Hochplateau Madeiras, 1400 Meter über null. Hier gibt es weder Gebäude noch Menschen und keine einzige Lichtquelle. Also: Schlafsack einpacken und losfahren – am besten in der Nacht vom 13. auf den 14. August. Dann erreichen die Perseiden ihren Höhepunkt, bis zu 100 Schnuppen pro Stunde sind keine Seltenheit. Die beste Beobachtungs­ zeit liegt zwischen zwei und vier Uhr nachts.

Kosten: Mietwagen ab 15 Euro pro Tag

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12  DIE WELLE MACHEN

z. B. Jardim do Mar

Kein Wunder, dass im Winter die Surfelite aus aller Welt anreist – selbst Ikonen wie Grant »Twiggy« Baker oder Garrett McNamara sind oft vor Ort, immer auf der Suche nach der perfekten Welle. Klar, die Insel fängt so ziemlich jeden Swell vom Atlantik ein – und bietet gerade für Fortgeschrittene jede Menge anspruchsvolle Spots. Wer’s rau und herausfordernd mag, fährt an die Küsten von Jardim do Mar, Paul do Mar und São Vicente. Porto da Cruz im Nordosten ist dagegen der beste Platz für Anfänger: Hier gibt es neben einem Surfcamp auch einen kleinen Vulkansandstrand, an dem in geschützter Lage vergleichsweise freundliche Bedingungen herrschen.

Kosten: 1,5­stündige Tour inkl. Equipment ab 80 Euro 

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BLUMENKIND MIT RAUER SCHALE

Ausspannen, wandern, Sonne tanken – geht alles. Doch das 740-Quadratkilometer-Eiland bietet noch viel mehr


Madeira ist berühmt für seine Flora. Und gleich vorweg: Der »schwimmende Garten im Atlantik« wird seinem Ruf mehr als gerecht. Das milde Klima, ausreichend Regen und fruchtbare Vulkanerde bieten den rund 800 heimischen und mehr als 500 eingeführten Pflanzenarten beste Bedingungen, um in beeindruckender Fülle zu sprießen und zu wachsen. Die Mitte der Insel durchziehen wolkenverhangene Eukalyptuswälder und ein mystischer Lorbeerwald, der von der UNESCO 1999 zum Weltnaturerbe erklärt wurde. Sie liegen inmitten einer bizarren Berglandschaft mit verwitterten Gipfeln, wo hinter dichten Wolkendecken beeindruckende Ausblicke warten. Die Südwestküste dagegen bietet Steilküsten, Strände – und vor allem: viel Sonne. Kein Wunder, dass es das Gros der Besucher dorthin zieht. Die Infrastruktur ist da: Ursprüngliche Fischerorte und lebhafte Kleinstädte reihen sich wie die Perlen einer Kette. Wer’s ursprünglicher mag, findet sein Glück im Norden – vergleichsweise dünn besiedelt, wolkenreich und grün, mit steilen Klippen und ins Meer vorgestreckten Lavazungen. Und ja, man kann auf dieser Insel super wandern. Doch es tut sich was in der touristischen Landschaft: Mehr und mehr abenteuerliche Outdoor-Arrangements ergänzen den klassischen Wellness- und Trekking-Tourismus. Gute Idee – denn die Blumeninsel kann auch wild und ungezähmt.

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