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ABENTEUER KORSIKA: 12 REISETIPPS FÜR ENTDECKER

Die alten Griechen nannten die Korsika stets Kalliste, die Schönste. Nicht übertrieben: schroffe Gebirgsmassive, glasklare Gewässer, samtweiche Strände – mit all dem kann man’s auf der Insel gut aushalten. Ein Eldorado für Outdoorsportler mitten im Mittelmeer.

1 AM WASSER GESCHAUT

Porto

Die Steinwüsten der Calanche sind ein Ereignis – die roten Granitfelsen (»Tafoni«) haben sich zu ­bi­zarren Skulpturen entwickelt, die besonders in der Abendsonne eine magische Wirkung entfalten. Der Schriftsteller Guy de Maupassant schrieb von einem »Wald aus purpurfarbenem Granit: Spitzen, Säulen, Türmchen, überraschenden Formen«. Unser Tipp: Schauen Sie sich die Naturspektakel Korsikas vom ­Wasser aus an und buchen Sie eine Bootsfahrt.

Kosten:  Beispiel: Bootstour Porto–Scandola 36 Euro.
clickandboat.com/de/boot-mieten/frankreich/korsika
colombo-line.com

2 DIEser weg wird kein leichter sein...

Calenzana

Es gibt Menschen, die halten den Fernwanderweg GR 20 auf Korsika für die härteste Wanderstrecke Europas – aber auch für die schönste. Der Grande Randonneé bietet alles, was man von einem zünftigen Marsch erwartet: schroffe Felsplatten, dunkle Wälder, lichte Täler, Abwechslung, Herausforderung und manchmal auch ein wenig Risiko. Das volle Programm findet auf 15 Etappen mit einer Gesamtlänge von 175 Kilometern statt. Trittsicherheit ist Voraussetzung, Schwindelfreiheit hilft – und dass auf Korsika in Höhenlagen extreme Wetterlagen stündlich wechseln können, dürfte auch bekannt sein. Gestartet wird in Calenzana im Norden, von dort geht’s durchs Gebirge mit bis zu 2400 Meter hohen Gipfeln bis nach Conca im Süden. Bergdörfer sieht man nur aus der Ferne, übernachtet wird in Schutzhütten. Es geht um Meditation to go, um pure Natur, und das wundert auch nicht: Die Wegführung des Treks heißt auf Korsisch ­»Fra li monti«, übersetzt schlicht: „Durch die Berge«.

Kosten: Wild campen ist auf dem GR 20 verboten, an den offiziellen Übernachtungsplätzen kostet das Biwak/Campen pro Person zwischen 6 und 8 Euro die Nacht. Hüttenübernachtungen sind für 13 Euro zu haben, man kann den ganzen Trek in 13 bis 15 Tagen schaffen – wenn man will.
abenteuer-corsica.de

3 gut auf trab

Balagne

Fast 2000 Kilometer Reitwege sind auf Korsika angelegt, nicht nur für Rösser. Auch Esel werden von Reitschulen angeboten – auf denen kann man dann nicht nur bergab und bergauf galoppieren, sondern auch Lasten transportieren lassen. Insbesondere Aus­ritte in die kleinen Weiler der Balagne haben ­ihren ganz besonderen Charme.

Kosten:  Ein 8-tägiger Trail kostet bei pferdreiter.de knapp 1100 Euro
korsika-travel.de/reiten/


 


 

4 golfen mit ausblick

Bonifacio

Dafür, dass die französische Insel nur 183 Kilometer lang und 83 Kilometer breit ist, hat sie für Golfspieler viel zu bieten, nämlich sechs schicke Anlagen. Nicht umsonst trägt Korsika den Spitznamen »Gebirge im Meer« – auf dem Grün droht der Ball stets im Blauen zu versinken, so nah liegt die Küste an den Golfanlagen. Schickster Spot ist unbestritten der an der Südküste Korsikas gelegene 18-Loch-Golfplatz von Sperone mit Blick bis hinüber nach Sardinien.

Kosten: Die Platzrunde in Sperone ist für 75 bis 98 Euro zu haben, alle anderen Plätze sind deutlich preiswerter.
korsika-urlaub.biz/golfurlaub_korsika

5 glück auf schienen

Ajaccio

Klar, Wandern ist auf Korsika erste Besucherpflicht. Doch wer nicht gleich einen Monat Zeit hat, um die ganze Insel per pedes kennenzulernen, behilft sich mit einer ganz besonderen Bahnreise: Eine Fahrt mit der CFC ist ein echtes ­Erlebnis. Die urige korsische Schmalspurbahn ruckelt auf 1000 Millimeter Spurweite durch die schönsten Täler und Küstenabschnitte Korsikas und gewährt atemberaubende Ausblicke über die Landschaft der Insel.

Kosten: Eine Fahrt von Bastia nach Corte kostet z. B. 10 Euro, von Ajaccio ins weit entfernte Calvi rund 25 Euro.
train-corse.com

6 Skifahren am Mittelmeer

Ghisoni

Wer bei Korsika an Schnee, Skifahren oder Snowboarden denkt, hat nicht unbedingt im Fach Erdkunde geschwänzt. Tatsächlich gibt es Ski­gebiete, in denen man von Dezember bis März leidlich auf Pisten rutschen kann. Es handelt sich um die Gebiete von ­Bastelica/Val d’Ese, Ghisoni/Capanelle und dem 2016 wieder eröffneten Lift von Asco/Stagnu. Insgesamt reden wir aber nur über neun Lifte und zehn Kilometer Piste … Selbst für Skilangläufer werden einige wenige Loipen präpariert.

Kosten:  Der Skipass im Skigebiet Ghisoni kostet z. B. pro Tag 20 Euro.
skiinfo.de/korsika/skigebiete.html

7 winde machen tempo

Algajola

Wer sich wie Korsika gleich über sieben unterschiedliche Winde freuen darf, bietet natürlich perfekte Bedingungen für Surfer, Kitesurfer und Wellenreiter, vor allem an der Südküste und für Könner auch im Westen der Insel. Für fortgeschrittene Surfer ist vor allem der Strand von Algajola empfehlenswert, aber auch die Bucht von Santa Giulia erfreut sich bei Leuten vom Fach großer Beliebtheit.

Kosten: Im Prinzip keine. Wer bei Surf­schulen lernen oder Equipment leihen will: Die meisten haben nur zwischen Juni und Oktober geöffnet.
korsika.fr/a1027/articles/1027/windsurfing-und-kitesurfing-auf-korsika/

8 Kurvenstars!

Bastia

Was sich für Wanderer anhört wie eine Strafe, klingt für Motorbiker nach magischem Fahrzauber: 12 bis 13 Kurven pro Kilometer winken auf Korsikas steilen Gebirgspässen. Viele Anbieter vor Ort haben sich auf geführte Touren spezialisiert. Unser Streckentipp: vom Hafen in Bastia in Richtung Algajola über Cap Corse und Centuri Port – 120 Kilometer ständiger Meeresblick. Tipp: hin und wieder auf die Straße schauen.

Kosten: Eine 8-tägige geführte Reise etwa bei Inroad Motorradtouren kostet 900 Euro, Unterkünfte inklusive.
korsika.fr/a1016/articles/1016/motorrad-touren-durch-die-insel-der-schonheit/

9 altes eisen

Ile Rousse

Das typische Klischee einer kor­sischen Idylle? Logisch – fünfzig Alte sitzen beim Pastis im Unterhemd am Marktplatz und schauen den Jungen beim Boulespielen zu, dem Nationalsport der Korsen. Was daran nicht stimmt? Nichts. Genauso ist es. Boule – oder in diesem Fall korrekter: Pétanque – beherrscht der Korse wie ein Profi. Wer mitspielen will, sollte die Eisenkugeln allerdings schon mal in der Hand gehalten haben …

Kosten: Im Prinzip keine, es sei denn, man setzt gegen Einheimische. Dann kann’s teurer werden.
boulekurse.de/korsika.html

10 dem Wasser entgegen

Bavella

Korsika ist ein Paradies für Kletterfexe. Als Einstieg gilt das Kalk-Klettergebiet nördlich von Corte, am bekanntesten ist das Bavella-Massiv. Hier befindet sich auch das Canyoning-Mekka der Insel. Auf engem Raum warten wunderschöne Bäche und Flüsse auf ­Erkundung, zum Beispiel die Schlucht von Solenzara. Manche sind ohne spezielle Ausrüstung zu begehen, für andere sind ­Erfahrung und entsprechende Ausrüstung notwendig.

Kosten:  Der gute Kletterführer »Falaises de Corse« kostet 30 Euro. Einen ersten Überblick auf abenteuer-corsica.de/klettergebiete.html. Canyoning-Halbtagestouren kosten um die 40 Euro, Ganztagestouren 70 bis 90 Euro. canyoncorse.com

11 tauchen mit Meerpfauen

Ile Rousse

Korsika bietet auch unter Wasser spektakuläre Ansichten. Meeresbiologen nennen das »üppige Unterwasserflora und -fauna«, aber man kann es auch mit mehr Begeisterung ausdrücken: »Wow!« Wer Glück hat, schwimmt mit so kuriosen Lebewesen wie Muränen,  Seescheiden oder Nacktschnecken, und wenn ein Taucher behauptet, er habe einen Meerjunker oder einen Meerpfau (Foto) gesichtet, ist damit nicht der französische Bademeister ­gemeint. Korsikas Küsten sind mit Tauchschulen gut ausgestattet.

Kosten:  Bei der deutschen Tauchschule Beluga Diving (beluga-diving.com) kostet der Elementarkurs 360 Euro für eine Woche, darin enthalten ist die gesamte Ausrüstung.
korsika.com/tauchen-auf-korsika/

12 wie im wilden Westen

Quenza

Mountainbiken auf Korsika ist ein großes Vergnügen, weil die gebirgige Insel fantastische Strecken und Aus­blicke zu bieten hat. Ein bisschen problematisch: Die Straßen sind steinig, schlecht ausgeschildert und steil, manche überbrücken bis zu 2000 Höhen­meter. Für untrainierte Hobbyradler könnte so manche Tour der Leiden dabei sein. Unser Fahrtipp: die 58,7 Kilometer lange Runde um Quenza. Schön, aber heftig! Korsika ist herrlich wild. Schweine, Ziegen, Bullen, Esel sind es ebenfalls, was zu spontanen Zusammentreffen auf der Piste führen kann.

Kosten:  Vor Ort überschaubar. Equipment: Die rauen Strecken Korsikas bestrafen Knauserigkeit am falschen Platz.
korsika.fr/a1028/articles/1028/mountain-biking-auf-korsika/

Der Fels in der Brandung

Keine andere Mittelmeerinsel bietet vergleichbar viele Outdooraktivitäten wie die Heimat Napoleons

Obwohl Korsika – mit rund 320 000 Einwohnern die viertgrößte Insel im Mittelmeer – viel näher an Italien liegt, gehört sie als sogenannte Gebietskörperschaft zu Frankreich. Die Hauptstadt Ajaccio liegt an der Südwestküste der Insel, der berühmteste Sohn der Stadt ist dort überall präsent: Napoleon Bonaparte. Korsika lebt überwiegend vom Tourismus und profitiert vom Ruf als Eldorado für Outdoorsportler. Die Gründe: Das vom Umfang her relativ kleine Korsika verfügt als »Gebirge im Meer« über zahlreiche Hochgebirgszüge – ideal für Kletterer, Wanderer oder Biker.

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