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ABENTEUER GRIECHENLAND: 11 REISETIPPS FÜR ENTDECKER

Hier stößt man auf Abenteuer. Felsen, Vögel, Berge und Meer. Und dann warten da noch die Götter, die Musik und ziemlich alte Schätze.

1 Hände Hoch

Meteora

Steil erheben sich die Felsnadeln dieser Region, strecken ihre grauen Finger 500 Meter hoch in den Himmel. Im Mittelalter bauten Mönche ihre Klöster auf die markanten, einsamen Felsspitzen. Das Baumaterial zogen sie in Körben hinauf – und sich selbst gleich hinterher. Die damaligen Kuttenträger waren streng genommen die ersten Freeclimber von Meteora im Norden Griechenlands. Viele Besucher steigen heute über Treppen und Brücken nach oben und können 6 der einst 24 Gotteshäuser besuchen. Sportler allerdings haben anderes im Sinn, wenn sie hierherkommen: Sie kraxeln die vielen lotrechten Sandsteinfelsen hoch, denn die gut 700 Routen machen diese Gegend zu einem der besten Kletterreviere Griechenlands. Viele Passagen liegen im 5er-Bereich und sind ziemlich anspruchsvoll. Und es warten viele Überraschungen: Überhänge, Korridore und verlassene Eremitagen mitten in den Felswänden.

Kosten: Ca. 150 Euro für drei Tage inkl. Guide, Material, zwei Übernachtungen im Wohnwagen
www.greece-adventures.com

2 tausend treppen

Nafplio

Genau 999 Steinstufen sollen hinauf zur Palamidi-Festung führen, erbaut 216 Meter über dem Ort Nafplio und dem Argolischen Meer. Viele brauchen eine geschlagene Stunde, stramme Marschierer 20 Minuten. Wer es noch schneller schaffen will, muss die Waden glühen lassen. Der Blick von oben lohnt: malerischer Hafen, Berge, weites Meer. Aber nicht vergessen: Es geht noch mal 999 Stufen wieder runter.

Kosten: Zugang zur Festung ca. 4 Euro
www.visitnafplio.com

3 über blaues Meer

Antiparos

Es gibt die Touritouren – ein, zwei Stunden Paddeln rund um Santorin, und schon sitzt man wieder in der Taverne. Aber es gibt auch das hier: die Umschiffung der Insel Antiparos im Seekajak. Fast 40 Kilometer legen die Paddler in vier Tagen zurück, fahren über offenes Meer und baden in den Buchten von Despotiko. Man sollte schwimmen können und Kondition haben. Geschlafen wird am Strand und im einfachen B & B.

Kosten: Ca. 450 Euro, 4 Tage mit Kajak und Ü/F
www.santoriniseakayak.com


 


 

4 sprung im Kopf

Zakynthos

Wenn man sich schon kopfüber in die Tiefe stürzt, sollte sich zumindest die Aussicht lohnen. Auf der Insel Zakynthos, in der Bucht von Navagio, ist das der Fall. Weißer Sandstrand, blaues Wasser, Jachten. Und mitten in der Bucht rottet das Wrack eines gestrandeten Schmugglerschiffs. Auf dieses Szenario fliegen Basejumper, die aus 200 Meter Höhe von einer kleinen Felskante abspringen. Zwei bis fünf Sekunden freier Fall, dann sollte der Schirm sich öffnen. Beim jährlichen Boogie Base Jump Event treffen sich die besten Athleten der Welt. Aber schon das Zuschauen sorgt für ordentlich Nervenflattern.

Kosten: : Ca. 7 Euro für Event-Besucher
www.travelzakynthos.com

5 die vogelinsel

Antikythera

Auf der winzigen Insel sind meist nur zwei Geräusche zu hören: Vogellärm und das Dröhnen eines Dieselgenerators. Nur 45 Menschen leben hier, aber im Frühjahr und Herbst kommt Besuch: Millionen Zugvögel, die auf Antikythera auf ihrer Reise zwischenlanden, darunter große Raubvögel. Ein seltenes Spektakel, für das das Mini-Eiland unter Kennern berühmt ist.

Kosten: : Mitmachen bei »Artenzählungen« im Verein ca. 70 Euro, Kost und Logis frei
www.ornithologiki.gr

6 Geschichte ausgraben

Iklaina

In den Fünfzigerjahren stolperte man im Südwesten des Peloponnes über kuriose Steine. Bald wurden Mauern, Tempelreste und Tontafeln gefunden, steinalte Zeugnisse der Bronzezeit.
Und die Grabungen gehen weiter. Beim Iklaina Archaeological Project sind Leute willkommen, die die Arbeit mit Geld und Tat unterstützen. Tagsüber wird antikes Geschirr gewaschen, abends gibt’s Geschichtsunterricht.

Kosten: :  Ca. 3700 Euro für 17 Tage
www.iklaina.org

7 Trekken zum Göttersitz

Olymp

Die Wanderung führt mitten in die griechische Mythologie und damit auf einen sagenhaften Berg: den Olymp. In der Schlucht von Epinea liegt das Kloster des Dionysos, darüber das Plateau der Musen. Imposanter als all die Göttergeschichten aber ist der Blick auf die majestätischen Flanken und steinigen Grate des Massivs. In zwei Tagesmärschen erreicht man dessen Gipfel: das 2918 Meter hohe Dach Griechenlands. 

Kosten: Ca. 220 Euro für 4 Tage
www.greecetravel.com

8 Auf die Bretter

Parnassos

Natürlich sind es nicht die Alpen. Dennoch schnallen sich die Griechen Skier unter, wenn der Schnee kommt. Wie das hübsche Bergdorf Arachova bietet auch das 25 Kilometer entfernte Parnassos-Gebirge passable Bedingungen: 13 Lifte führen bis auf 2400 Meter, die Pisten sind teils anspruchsvoll. Und das haben die Alpen eben nicht zu bieten: Das Orakel von Delphi liegt um die Ecke, die warme Ägäis vor der Haustür.

Kosten: Ab 15 Euro für Tagesskipass
www.parnassos-ski.gr

9 rembetiko Blues

Athen

In einigen Clubs spielen sie ihn noch, den alten griechischen Blues namens Rembetiko. Gesang, Gitarren, vor allem die Bouzouki machen den Sound aus: melancholisch, wild, hinreißend schön. Die ganze Nacht tanzen die Griechen,  Alexis Sorbas lässt grüßen, dazu wird geschlemmt, gesungen und getrunken. Einer der ältesten Clubs Athens heißt Rembetiki Istoria, wo es fast täglich live und lange zur Sache geht. Ergreifend!

Kosten:  Eintritt frei, Drinks ab 7,50 Euro
www.rebetikiistoria.com

10 Berg der ruhe

Athos

Keine Frau hat diesen Ort je betreten. Und auch die Herren haben nur begrenzt Zugang zum »heiligen Berg«. Nur zehn Gäste pro Tag sind erlaubt. Wer reinkommt, muss ein paar Tage bleiben und sich dem kargen Leben der ältesten Mönchs­gemeinschaft der Welt unterwerfen. Erster Gottesdienst um 3 Uhr nachts, zwei frugale Mahlzeiten am Tag. Mehr nicht. Und wenn nicht gebetet wird, wird gearbeitet.

Kosten: Ca. 30 Euro für 4 Tage
www.mount-athos.eu

11 segeln und strampeln

Kykladen

Der Motorsegler »Apollo« kreuzt durch das Seegebiet der Kykladen, an Bord sind Angeln, Tauchsachen, Seekajaks und Fahrräder. Letztere schnappen sich die Gäste für Landgänge und biken über Inseln wie Rafina, Lavrio oder Hydra. Pensum: bis zu 300 Kilometer in acht Tagen. Ein ansehnlicher Törn, um Griechenlands starke Natur zu erleben: viel Meer und wildes Hinterland.

Kosten: Doppelkabine ca. 2900 Euro p. P.
www.cyclegreece.gr

BERGE IM MEERESREICH

Zählt man größere Felsen dazu, gehören mehr als 6000 Inseln zu Griechenland; 87 sind bewohnt. Die Küstenlinie ist über 13 600 Kilometer lang und endet am südlichsten Punkt Europas, der Insel Gavdos in der Libyschen See. Kurzum: überall Meer. Abenteuer am, im und unter Wasser sind hier fast überall möglich. Und doch sind 80 Prozent von Griechenlands Landmasse als Gebirge eingestuft. Hier kann man klettern, trekken und noch viel leeres, urwüchsiges Hinterland entdecken. Gute Gründe, Griechenland mal wirklich zu besuchen und nicht nur in Mykonos am Strand zu liegen.

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