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ABENTEUER AUF EUROPAS AMAZONAS

Wir sollten mal was anderes machen, als mit unseren SUPs immer nur auf dem Tegernsee im Kreis zu fahren, fanden drei Freunde – und reisten ins rumänische Donaudelta. Das Labyrinth aus urwaldähnlichen Flussläufen und schwimmenden Inseln zählt zu den wildesten Ecken des Kontinents

Paddeln im rumänischen Donaudelta

TEXT + FOTOS Christian Penning

Es sind die außergewöhnlichen Bilder, die sich in der Erinnerungeinbrennen. Jene, die wirken wie aus einem packenden Film. »Fitzcarraldo!«, schießt es mir durch den Kopf. Ein mehrstöckiger Dampfer, mitten im Dschungel! An der Flussbiegung, keine 30 Meter voraus. Im Geiste wähne ich Klaus Kinski auf der Brücke, mit exzentrischem, irrem Blick, auf einer Mission zwischen Genialität und Wahnsinn. »Tuuuut«, tönt das Nebelhorn. Langgezogen. Tief. »Weg hier!« Stefan, Simon und ich erhöhen die Schlagzahl, paddeln Schutz suchend ins Gestrüpp am Ufer. Gerade noch rechtzeitig! Dann ist es da, dieses Monster von einem Schiff. Es füllt den schmalen Wasserlauf fast komplett aus. Wir starren nach oben. Kein Kinski, kein Fitzcarraldo. Dafür stieren uns die Passagiere an Deck an, als hätten sie gerade Indios in ihren Einbäumen erblickt. Dabei ist das hier nicht der Amazonas. Wir paddeln auf der Donau. Genauer gesagt auf einem von unzähligen kleinen Seitenarmen im Labyrinth des Donaudeltas.
Eine Minute später hat die grüne Wildnis das sonore Tuckern des Dieselaggregats verschluckt. Der Spuk ist vorüber. Ein Eisvogel flattert aus seinem Bau im lehmigen Hochufer. Hoch oben, in dem blauen Spalt, den die Baumkronen am Himmel über dem Wasserarm frei lassen, kreisen vor gewittrigen Cumuluswolken Pelikane in der schwülen Sommerluft. Eine Traumlandschaft, entsprungen aus der Fantasie der Natur. Gewaltig. Opulent. Fremde Laute dringen aus doppelt mannshohem Schilf. Riesige Weiden stehen als hünenhafte Wächter am Ufer. Verbunden und verrankt durch einen dreidimensionalen Teppich aus Schlingpflanzen, Efeu und Lianen. Wie kommt man hierhin?

Die Idee entstand zusammen mit meinen SUP-Freunden Stefan und Simon bei einer abendlichen Paddelei am Tegernsee. »Was wäre, wenn wir mit den Boards mal was anderes machten, als auf dem See im Kreis zu fahren?«, fragte ich die beiden. So etwas wie eine Alpenüberquerung mit dem Bike. Stefan und Simon – am Tegernsee und am Schliersee aufgewachsen und mit einem Faible für Wasserlandschaften in den Genen – waren sofort Feuer und Flamme. »Nach den Galápagosinseln und dem Great Barrier Reef ist der Mündungsbereich der Donau ins Schwarze Meer eine der artenreichsten Regionen weltweit«, spuckte Google bei den ersten echerchen nach einem geeigneten Ziel aus. Erreichbar ohne Weltreise und trotzdem noch ursprünglich und exotisch. Doch das Donaudelta ist ein Wirrwarr aus Flussläufen, Wasserarmen, Lagunen, Seen und Schwemmland, gut zweimal so groß wie das Saarland. Sich als Fluss-Greenhorn in den weitverzweigten Wasseradern zu verirren, ist ungefähr so wahrscheinlich, wie als Bayer ohne Navi und Karte im Großstadtdschungel von Berlin verloren zu gehen. Schließlich stoßen wir bei den Recherchen auf Cristian Mititelu. Der 43-Jährige ist in Tulcea am Rand des Donaudeltas aufgewachsen. Seit 2011 arbeitet er als Koordinator für...


Den kompletten Artikel findest Du in der Ausgabe 2/2018

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