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ABENTEUER ANDORRA: 12 REISETIPPS FÜR ENTDECKER

Wer nur zum Shoppen kommt, verpasst das Beste: Das kleine Fürstentum zwischen Spanien und Frankreich punktet mit Natur und wilden Wegen – ein Abenteuerland

1 aufsatteln und steilgehen

L’Aldosa, La Massana

Ausgewiesene Reitwege? »Braucht kein Mensch«, meint Gilles ­Prouheze. Seine Touren hoch zu Ross führen auf Wunsch auch mittenrein ins ­wilde Herz des Landes. Kein Wunder, dass Gilles’ Familienbetrieb seit mehr als 20 Jahren besteht: Alle Pferde – meist spanische Kreuzungen – sind speziell wegen ihres Charakters und ihrer Eignung fürs Hochgebirge ausgewählt. Freundlich, geduldig und vor allem trittsicher tragen sie Anfänger wie Fortgeschrittene auch über steiniges Terrain, durch sprudelnde Bäche – und wenn es sein muss: steil bergauf. Eine besonders schöne Tour führt im Schatten von Kiefern und Tannen durch das Naturschutzgebiet Valls del Comapedrosa – vorbei an Wasserfällen, stillen Seen und sanft murmelnden Quellen. 

Kosten: Ausritte für alle Könnens- und Altersstufen: 21 Euro pro ­Stunde. 6-tägige Reiterferien inkl. geführte Touren: Preis auf Anfrage 

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2 über stock und stein

Arinsal, La Massana

Was einen Skyrun vom regulären ­Berglauf unterscheidet? Der Kurs gen Himmel muss in alpinem Gelände oberhalb von 2000 Metern angelegt sein, dazu steile Passagen von mindestens 30 Prozent Steigung enthalten. Alles in ­allem: kein Spaziergang. Wer sich der ­Herausforderung stellen will, kann im Rahmen des »Skyrace Comapedrosa« am 28. Juli zwischen zwei Varianten ­wählen. Der »Skyrace Arinsal« richtet sich an Einsteiger und führt über 15 Kilometer und 1500 Meter Höhenunterschied zum ­Gipfel Pic de les Fonts auf 2748 Metern. Der »Skyrace Comapedrosa« dagegen ist selbst für Profis ein Brett – über 21 Kilometer geht’s bis auf den höchsten Berg des Fürstentums, den Comapedrosa mit stolzen 2942 Meter Höhe. Zeitrahmen für beide Runs: sechs Stunden.

Kosten: Die Teilnahme kostet ab 39 Euro  

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3 Golf ganz oben

Soldeu, Canillo

Drei Golfplätze insgesamt … Zugegeben, eine Riesenauswahl ist das nicht. Dafür aber gibt’s in Andorra einen ganz besonderen Abschlag-Spot in luftiger Höhe – spektakulärer Weitblick auf Gipfel und ins Tal inklusive. Der Neun-Loch-Platz Grandvalira Golf Soldeu erstreckt sich über 16 Hektar Fläche auf 2250 Meter über null. Rekord! Erreichbar ist der höchst­gelegene Golfplatz Europas nur per Gondel. Er ist durch die Hanglage herausfordernd. Wer’s gemütlicher mag, fährt nach La Cortinada oder Xixerella. Hier liegen zwei Pitch-&-Putt-Plätze, die perfekt für Anfänger geeignet sind.

Kosten: Die Greenfee in Soldeu liegt bei 35 Euro, Ermäßigung für Kinder. Gondel: 12 Euro  

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4 Ab durch die mitte

Aixovall, Sant Julià de Lòria

Achtung, wild! 90 Prozent der Landesfläche sind reinste Natur – Berge, Wälder, Flüsse, Seen und Wiesen. Wer viel Kondition mitbringt, kann den Zwergstaat komplett durchwandern, ohne dabei
Asphalt zu berühren. Sieben Etappen ­zwischen 12 und 24 Kilometern sind für diese 120-Kilo­meter-Route vorgesehen. Der Trek ist nicht ohne – in den Pyrenäen warten starke Steigungen und unwegsames Terrain. Schon die erste Etappe ab Aixovall startet mit satten 2000 Meter Anstieg. Entspannter ist die Tour über den Coro­nallacs-Trail ab Escaldes-Engordany, der über vier bewirtschaftete Hütten führt.

Kosten: keine 

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5 Winterwunderland

Grandvalira & Vallnord

Andorra mag flächenmäßig klein sein – beim Wintersport aber wartet der Zwergstaat mit Superlativen auf: Mit seinen 210 Pistenkilometern gilt das Skigebiet Grandvalira als größtes der Pyrenäen – es gibt sogar zwei FIS-Strecken, auf denen sich jährlich die besten Rennfahrer der Welt messen. Kleiner und familiärer präsentiert sich Vallnord im Westen des Landes. Hier stehen
91 Pistenkilometer zur Wahl, dazu Loipen und Freestyle- Bereiche. Schneesicherheit? Ist trotz der vielen Sonnentage garantiert – allein aufgrund der Höhenlage.

Kosten: Tages-Skipass Grandvalira: 50 Euro, 6-Tage-Pass: 265 Euro, Tages-Skipass Vallnord: 40 Euro

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6 Spritztour im fluss

z. B. ab Llorts, Ordino

Durch eiskalte Bergflüsse waten, sich abseilen von glitschigen Felsen – und dann? Geht’s weiter abwärts durch Wasserfälle. Mit seinen zahlreichen Felsspalten und ­Flüssen ist Andorra ein Dorado für Canyoning-Fans. Die Schluchten d’Encodina und Segudet eignen sich ideal für Anfänger. Wagemutige können sich in der Coma de Ransol und La Canaleta beweisen. Die harte Tour: Bis zu drei Stunden dauert der nasse Abseilakt vom ­Ensegur-Canyon unweit des Bergarbeiterdorfs Llorts – die Route ist anspruchsvoll, aber wunderschön. 

Kosten: Canyoning-Tour für Anfänger ab 39 Euro. Tour plus Hotelübernachtung: ab 66 Euro pro Person.

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7 fetter fang

z. B. Erts, La Massana

Mehr als drei Angler an einem See oder Fluss? Dann ist er überfüllt, heißt es unter Einheimischen. Das ­kleine Land bietet reiche Fischgründe, in denen sich vor ­allem Forellen tummeln. Fliegenfischer finden an den Seen Mig de l’Angonella, Mig d’Ensagents und Les Canals ­Roges del Siscaró schöne Spots. Idealer ­Ausgangspunkt: Das idyllisch gelegene Hotel Palomé in Erts verleiht ­Angel-Equipment – Tipps und Routen zu den ­besten ­Revieren kommen gratis dazu. Wer in Andorra angeln will, der braucht eine ­Lizenz. Verschiedene Varianten sind online zu haben.

Kosten: Der Tages-Angelschein für Touristen kostet ca. 13 Euro, Catch-Release-Schein: ca. 7 Euro

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8 walk of fear

Canillo, Parròquia de Canillo

Wer Höhenangst hat, bleibt besser unten: Der Aussichtspunkt Mirador Roc del Quer ähnelt ­einer ­Brücke, die allerdings nach 20 Metern abrupt im Nirgendwo endet. Mehr noch: Sie scheint fast 2000 Meter über dem Örtchen Canillo zu schweben – und bietet neben Adrenalinkicks beim Herunterschauen vor allem beeindruckende Ausblicke auf das Montaup-Tal und die umliegenden ­Gipfel. Mit Glück kann man sogar große Greifvögel kreisen sehen. Das Ende der Plattform schmückt die Skulptur ­eines rastenden Wanderers, der – anders als viele Besucher – entspannt den Weitblick genießt. Eine ­Extra-Herausforderung ist nämlich, dass Teile des Brückenbodens aus Glas gefertigt sind.

Kosten: keine

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9 spielplatz für abenteurer

Sant Julià de Lòria

Hoch hinaus oder rasant den Berg runter: Im Abenteuerpark Naturlandia stehen die unterschiedlichsten Outdoor-Aktivitäten zur Wahl. Hier können sich kleine und große Aktivurlauber nicht nur im Bogenschießen, Quad-, Buggy- oder Schneemobil-Fahren ausprobieren, sondern auch den Tobotronc testen, die mit 5,3 Kilometern längste Schienen-Rodelbahn der Welt. Dazu führt die
hölzerne Kletterstation Airtrekk (Foto) auf einem verschlungenen Parcours in bis zu 14 Meter Höhe.

Kosten: Tagesticket ab 29 Euro, Kinder zahlen weniger. Dazu sind Rabatte für Familien im Angebot.

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10 dem himmel so nah

Escaldes-Engordany, Andorra la Vella u. v. m.

Mehr als 70 Gipfel über 2000 Metern auf einer Landesfläche von knapp 500 Quadratkilometern: Weit müssen Kletterer nicht fahren, um ihren Lieblingsspot zu finden. Richtig steil gehen können Ambitionierte zum Beispiel entlang der Agulles d’Engolasters – schroffe Felsnadeln aus feinstem Granit, die sich auf 1740 Meter Höhe nochmals bis zu 30 Meter gen Himmel recken. 17 Routen verschiedener Schwierigkeitsgrade führen hinauf, am Ende belohnt ein fantastischer Blick übers Tal. Beliebt ist auch der Solà d’Enclar unweit der Hauptstadt mit seinen 72 Routen in Schwierigkeitsgraden von 5a bis 7c. Wer nicht ganz so hoch hinaus will, findet am Coll Jovell ein kleines, feines Boulder-Gebiet. Insgesamt fünf Sektoren bieten hier jede Menge Abwechslung. Übrigens: Das Wasser aus der Quelle am Wegesrand ist nicht nur willkommene Abkühlung – man kann es sogar trinken.

Kosten: 2-Tage-Kletterkurs in der Gruppe an verschiedenen Spots inkl. Equipment ab 34 Euro 

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11 Abwärts-trend

Arinsal, La Massana

Massive Höhenunterschiede, schroffe Kurven, dazu die Aussicht auf schneebedeckte Gipfel unter mediterraner Sonne, während man staubschluckend abwärts brettert. Kein Wunder, dass hier vor jedem zweiten Haus ein Mountainbike steht. Viele Nature-Trails im Downhill-Paradies aber führen durch dichten Wald und sind deshalb knifflig zu finden. Als Einstieg empfiehlt sich eine Tour in den Vallnord Bike-Park. Wo im Winter ­Skifahrer die Hänge hinabwedeln, führen nach der Schneeschmelze naturbelassene Trails, Northshore-Elemente und technisch extrem anspruchsvolle Passagen bergab. Drei Lifte erschließen die Region auch im Sommer.

Kosten: Leihbike ab 75 Euro, Tages-Pass: 26 Euro 

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12 Flower power

Parc Natural de la Vall de Sorteny, Ordino

Grüner wird’s nicht: Das Naturschutzgebiet Vall de ­Sorteny liegt im Norden des Landes, nur eine halbe ­Autostunde von der Hauptstadt entfernt – sanfte Hügel, blühende Almwiesen und bewaldete Anhöhen prägen die Landschaft, die 1999 zum Unesco-Weltnaturerbe erklärt wurde. Mittendurch plätschert der Sorteny. »Von den mehr als 700 Pflanzenarten sind etwa 50 endemisch, kommen also nur hier vor«, weiß Wanderführer Mark Crichton. Der Mann – in Sambia geborener Sohn irischer Eltern – kennt sich wie kein Zweiter in Andorras Bergwelt aus. Egal ob Abenteurer, Vogel- oder Blumenliebhaber: Mark hat für jeden Geschmack die passende Route parat.

Kosten: Geführte Trekkingtouren ab 10 Euro

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klein, wild – einfach spitze

Wer hätte das gedacht? Mitten in den mächtigen Pyrenäen lockt eine fast unentdeckte Natur- und Outdoor-Spielwiese

Viele der rund acht Millionen Besucher kommen, weil ­Andorra als Steuer- und Einkaufsparadies gilt – und ja, die Hauptstadt Andorra la Vella ist zugebaut mit Shoppingcentern. Alkohol, Zigaretten, Kosmetik – all das ist hier billiger als in den Nachbarländern. Dabei hat das Fürstentum mit ­seiner grandiosen Gebirgslandschaft gerade für Aktiv-­Urlauber eine Menge zu bieten, zu moderaten Preisen und auf kleinstem Raum: Das Land ist unterteilt in sieben Gemeinden und mit seinen lediglich 468 Quadratkilometern halb so groß wie Berlin. Um es von der französischen Grenze im ­Norden bis zur spanischen Grenze im Süden zu durchqueren, braucht man mit dem Auto gerade mal eine Stunde.

Und dazwischen? Könnte man theoretisch problemlos nach dem Frühstück Mountainbike-Touren in Vallnord im ­Nordwesten des Landes unternehmen, am Nachmittag den mächtigen ­Comapedrosa mit seinen 2943 Höhenmetern hoch zu Ross bezwingen und am Abend – nach einem Snack in der Hauptstadt, ziemlich in der Mitte des Fürstentums – auf ­Schmugglerrouten entlang der spanischen Grenze im Südosten wandern oder per Quad über die Berghänge heizen. Rund 300 ­Sonnentage pro Jahr bieten beste Voraussetzungen für einsame ­Abenteuer unter dem freien, wolkenlosen Himmel. Andorra aber will kein ­Geheimtipp mehr sein – die Zahl der ­Outdoor-Anbieter steigt stetig. Noch allerdings ist der wilde Zwerg mit seinen ­Riesenbergen alles andere als überlaufen.


Den kompletten Artikel findest Du in der Ausgabe 2/2019

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