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ABENTEUER ISLAND: 12 REISETIPPS FÜR ENTDECKER

In Island wird man von der Natur überwältigt – es locken Abenteuer ohne Ende. Nordlichter jagen, Wale beobachten, Fjorde entlangtölten, Gletscherlagunen durchcruisen und das alles vor spektakulärer und atemberaubender Nordkulisse. Wir verraten, was es auf der Insel im Winter und im Sommer alles zu erleben gibt und wo man einfach gewesen sein muss.

1 COOLER TRIP INS BLAUE

z. B. Thorli bei Þorlákshöfn, Reykjanes

Gleich vorweg: Dickes Neopren ist hier Pflicht. Trotzdem gilt Island als heim­licher Hotspot für Surfer! Viele Einheimische zieht es an die Küsten der Halb­insel Reykjanes mit ihren beständigen Wellen – Thorli ganz im Süden ist das wohl meistbesuchte Revier des ganzen Landes. Das heißt: Man trifft im Wasser oft ein paar Locals, die die langen Lines bis zu 40 Sekunden lang absurfen. Wer Neuland betreten und unberührte Küsten per Surfbrett erkunden will, kann sich geführten Touren über die Insel anschließen. Surfshops und Bretter­ verleihe sucht man allerdings vergeblich – dafür ist die Szene viel zu klein.

Kosten: Tagestour auf Reykjanes ca. 295 Euro, 5­tägige Surftour zu versteckten Spots inkl. Übernachtung, Verpflegung und Equipment ab ca. 2570 Euro. 

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 NORDLICHTER JAGEN

z. B. ab Reykjavík oder Akureyri, Nordisland

Kein Mond, kein künstliches Licht, keine Wolken – sind diese Voraussetzungen erfüllt, braucht es nur noch etwas Glück, um die Aurora Borealis über den isländischen Weiten tanzen zu sehen. Vor allem von September bis April ist das Leuchten, das die Nordmänner einst für
das Glitzern der Walküren-Rüstungen hielten, häufiger Gast am Himmel. Im Norden, wo es im Winter rund zwei Stunden länger dunkel ist, steigen die Sichtungschancen dann nochmals. Die Website en.vedur.is zeigt Aurora- Aktivitäten und Wetterlage an – perfekt für alle, die auf eigene Faust auf Lichterjagd gehen wollen.

Kosten: Kleinbus-Touren sind ab ca. 50 Euro p. P. zu haben. Superjeep-Tour ab Reykjavík ab 168 Euro

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  WOW-MOMENTE MIT WALEN

Húsavík, Nordisland

Húsavík im hohen Norden nennt sich selbst die »Whale-Watching-Hauptstadt Europas«. Zu Recht! Auf circa 2500 Einwohner kommen pro Jahr mehr als 50 000 Gäste aus aller Welt – klar: Die Chancen auf eine Begegnung mit den Meeresgiganten liegen hier bei über 90 Prozent. Am häufigsten werden Zwergwale und Buckelwale gesichtet – aber auch Orcas pflügen durch die Wellen, mit Glück lässt sich sogar ein mächtiger Blauwal blicken. Tipp: Beim Anbieter Gentle Giants gibt es auch Multitrip-Pässe für drei, fünf oder mehr Tage, mit denen man dann so oft mitfahren kann, wie man möchte.

Kosten: 3-stündige Tour ab ca. 70 Euro

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 WANDERN AUF DEM VULKAN

ab Reykjahlíð, Nordisland

Bevor Neil Armstrong seinen Flug zum Mond antrat, trainierte er mit seinem Team an der Askja. Wo sonst?! Hier, mitten im Niemandsland nordöstlich des Vatnajökull-Gletschers, liegt eines der am schwersten zugänglichen aktiven Vulkansysteme Europas, das tatsächlich wie von einem fremden Planeten wirkt: rau, öde, menschenleer – schwarze Erde unter einem stillem Himmel. Dazwischen leuchten, wie hingetupft, vulkanische Seen in unwirklichen Blautönen. Während einer geführten Tour kann man sogar ein Bad im Kratersee wagen.

Kosten: 12-stündige Tour ab 170 Euro – inkl. bis zu 7-stündigen Transfers mit diversen Stopps

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 WEITBLICK IM WASSER

Silfra-Spalte, Südisland

Ja, Europa und die USA driften auseinander – auch geo- logisch und ziemlich genau zwei Zentimeter pro Jahr. In der Silfra-Spalte – dem Riss zwischen der eurasischen und der amerikanischen Kontinentalplatte – kann man sogar schnorcheln. Gespeist von vulkansteingefiltertem Schmelzwasser, das vom knapp 50 Kilometer entfernten Langjökull-Gletscher kommt, ist hier eine magische Unterwasserwelt entstanden. An sonnigen Tagen beträgt die Sichtweite spektakuläre 100 Meter. Im »Big Crack« in fünf Meter Tiefe gilt: Arme ausbreiten – und links und rechts jeweils einen Kontinent berühren.

Kosten: 2,5-stündige Schnorcheltour ab 128 Euro

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 BIER HER, BABY!

Árskógssandur, Nordisland & Reykjavík

Schluss mit der Prohibition! Am 1. März 1989 war es so weit: Der »Beer Ban« – das Verbot von Bier mit mehr als 2,25 Umdrehungen – wurde aufgehoben. Kein Wunder, dass die Isländer dem Gerstensaft bis heute nicht abge- neigt sind. Sogar ein Bier-Spa gibt es: Nach dem Genuss von Bier-Burgern und selbst gebrautem »Kaldi« kann man dort in Holzbottichen baden und entspannen. Womit sie gefüllt sind? Dumme Frage! Übrigens: Wer’s richtig krachen lassen will, reist am besten rund um den 1. März nach Reykjavík. Dann ploppen dort extraviele Kronkorken – zur Feier des »Icelandic Beer Day«.  

Kosten: Bier-Bad ab 72 Euro, Bier-Burger ca. 20 Euro

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 IM TÖLT ZUM FJORD

Ranch Skorrahestar, Ostisland

Schritt, Trab, Galopp? Islandponys können mehr: Sie fallen gern mal in den sogenannten Tölt – eine gelaufene Gangart, die ziemlich gemütlich für den Reiter ist. Wer ausprobieren will, wie’s geht, kann auf Þórður Júlíussons Ranch Ausritte buchen oder gleich ein paar Tage bleiben. Der Biologe und Ex-Schulrektor lebt seit seiner Kindheit hier – inzwischen mit seiner Frau, drei Töchtern und de- ren Familien. Er spricht fließend Deutsch und Englisch. 

Kosten: Ein 1-stündiger geführter Ausritt inklusive Equipment kostet rund 60 Euro, mehrtägige Touren mit Übernachtung, Verpflegung und Familienanschluss
auf der Farm sind ab ca. 300 Euro pro Tag buchbar 

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 IMMER HART AM WIND

Kolgrafafjörður, Westisland

Wow, das weht aber! Wo sich sonst vor allem Orcas und Seevögel tummeln, trotzen am 25. Juli 2020 auch Triathleten den Elementen. Beim Iceland Extreme Triathlon gilt es nicht nur zu Fuß, per Bike und schwimmend Strecke zu machen – mit der mehr als steifen Brise kommt eine Extra-Herausforderung dazu! Nach der Schwimmetappe im Fjord Kolgrafafjörður führt die Radstrecke, oft bei krassem Wind, über die Halbinsel Snæfellsness. Auch der Laufpart über den Vulkan Snæfellsjökull: alles andere als easy! Umso unvergesslicher ist der Moment, wenn man das Ziel erreicht – am Fuß eines Wasserfalls.

Kosten: Bis April liegt die Teilnahmegebühr bei ca. 500 Euro, danach werden ca. 550 Euro fällig

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 ABENTEUER AUF EIS

z. B. Vatnajökull, Nordisland, Ostisland, Südisland

Island – wo die weißen Riesen rufen: Mehr als zehn Prozent der Fläche ist mit Gletschern bedeckt. Wer auf Tuchfühlung mit den Giganten gehen möchte, bucht eine Gletscherwanderung oder wagt sich beim Eisklettern in die Tiefe. In den Wintermonaten ist eine Tour durch eine der versteckten Eishöhlen ein unvergessliches Erlebnis – wie polierte Wellen wirken Wände und Decken, die azur- blau, weiß oder tiefschwarz schimmern, je nachdem, wie viel Licht durch die Gletscherdecke dringt. 

Kosten: Kombinierte Hiking- und Kletter-Tagestour ca. 290 Euro, Ice-Cave-Tour ca. 146 Euro

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10  ABFAHRT MIT AUSBLICK

z. B. Hlíðarfjall, Nordisland oder Skitouring ab Eskifjörður, Ostisland

Gerade die hellen Sommernächte im Mai und Juni sind für Skifahrer einfach magisch – wo sonst kann man quasi rund um die Uhr die Pisten hinabwedeln? Wenn dann die Abenddämmerung fast nahtlos in die Morgendämmerung übergeht, glitzert die Schneedecke gar in zarten Orangetönen. Der Winter dagegen lockt mit der Aussicht auf Nordlichter über tief verschneiten Weiten. Wo? Im kleinen Insel­ staat erwarten Wintersportler 75 Pistenkilometer in insgesamt elf Skigebieten. In Hlíðarfjall, das mit seinen sieben Liften und 24 Pisten das bekannteste ist, blickt man während der Abfahrt nicht nur aufs Eismeer – man kann sogar bis an die Küste hinunterschwingen. Ideal für Entdecker sind Skitouring­ Safaris durch die Ostfjorde – ein Gebiet, in dem es bislang keinerlei kommerziellen Skizirkus gibt.

Kosten: Das 1­wöchige Skitouring­Arrangement »Land of Dragons« kostet ca. 2700 Euro p. P. Inklusive sind u. a. Guides, Transport, Übernachtung in kleinen Hütten am Fjord und Verpflegung.

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11  AUF DEN SPUREN VON JULES VERNE

Vatnshellir, Westisland

»Undirheimar« – zu Deutsch: Unterwelt – steht auf dem raketenartigen Metallzylinder, der den Eingang in die Höhle Vatnshellir markiert. Um die düsteren Hallen aus Lavagestein ranken sich unzählige Legenden, auch weil verschiedene im Lava gelöste Mineralien ein beeindru­ ckendes Farbspiel in den Wänden hinterlassen haben. Zugänglich sind heute zwei Bereiche: Den tieferen, der über Jahrhunderte unentdeckt war, erreicht man über eine enge, unterirdische Wendeltreppe. Kein Wunder, dass die »Reise zum Mittelpunkt der Erde« im gleich­ namigen Roman hier ihren Anfang nahm.

Kosten: Geführte, 45­minütige Höhlentour ca. 30 Euro

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12  EISBERG VORAUS – ZUM GREIFEN NAH

Jökulsárlón, Südisland

James Bond war schon da, Lara Croft und Batman sowie­ so: Die Gletscherlagune Jökulsárlón bildete die Kulisse für eine ganze Reihe Hollywood­Hits. Sie ist selbst ein Star – kaum ein Island­Besucher geht, ohne hier eine Sightseeing­Cruise gebucht zu haben. Bei einer Kajak­ tour aber erlebt man das stahlblaue Gewässer mit seinen schwimmenden Eisbergen aus einem völlig neuen Blick­ winkel und vor allem: in aller Stille. Majestätisch und nah ragen die Gletscher in die Höhe, während neugierige Robben gleich neben dem Paddel planschen. Cool!

Kosten: 1,5­stündige Tour inkl. Equipment ab 80 Euro 

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KALTE FÜSSE, HEISSES HERZ

Egal, ob im Sommer oder Winter – Island heißt seine Besucher zu jeder Jahreszeit wärmstens willkommen

Schwarze Strände, steile Klippen, riesige Gletscher und karge Weiten, in die sich Holzhäuser ducken: Wer durch die ständig wechselnden Landschaften streift, glaubt nach kurzer Zeit so mühelos wie die Isländer selbst daran, dass hier auch Trolle und Elfen zu Hause sind – so wild und wunderbar ist die Natur. Island, der nach Großbritannien mit 103 000 Quadrat­ kilometern flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat Europas, steckt voller Überraschungen. Entlang des »Golden Circle«, jenes Rundwegs, den viele Erstbesucher fahren, liegen die bekanntesten: der Geysir Strokkur etwa, der alle paar Minuten bis zu 35 Meter in die Höhe schießt. Oder Gullfoss, der gol­dene Wasserfall, der über zwei gewaltige Kaskaden in eine70 Meter tiefe Schlucht donnert. Die Ringstraße schlängelt sich wie ein blasses Band abwechselnd durch moosgrüne Wiesen, Schnee­ und schwarze Lavafelder. Über allem thront: Hekla, ein knapp eineinhalb Kilometer hoher Vulkan, von dem es im Mittelalter hieß, er sei das Tor zur Hölle.

Gefährlich dünn ist an vielen Stellen die Erdkruste – aber die Isländer haben gelernt, auf dem Vulkan zu tanzen. Erkaltete Lava dient ihnen als Baumaterial, nach Wanderungen entspannen sie
in natürlichen heißen Quellen. Dazu wird die Erdenergie in Strom umgewandelt: Das von Natur aus heiße Wasser wärmt Häuser, Schwimmbäder, selbst die Bürgersteige in der Haupt­ stadt Reykjavík sind mit Thermalwärme beheizt – übrigens auch ein heißes Pflaster in Sachen Nightlife.

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